Abrasivität und anti-erosive Wirkung verschiedener Zahnpasten auf den Zahnschmelz : Fluoridverbindungen und neue anti-erosive Wirkstoffe im Vergleich

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Der Verzehr von sauren Lebensmitteln wie Früchte oder Säfte kann zur Demineralisation von Zahnhartsubstanzen führen. Dieser Vorgang ist zunächst physiologisch und zählt zu den natürlichen Abnutzungserscheinungen der Zähne. Erst der übermäßige Konsum solcher Lebensmittel, aber auch Erkrankungen, bei denen Säuren häufig in die Mundhöhle gelangen, wie Reflux oder Essstörungen in Kombination mit Erbrechen, lassen daraus manifeste Defekte entstehen, die als Erosionen bezeichnet werden. Seit einiger Zeit wurden neue Zahnpasten entwickelt, die mit speziellen Formulierungen protektiv gegen Erosionen wirken sollen. Dazu zählen Zusätze von Hydroxylapatit, Caseinphosphopeptid und amorphem Kalziumphosphat, einem Polyaminosacharid (Chitosan), Zinnfluorid sowie vom Hersteller nicht näher spezifizierte Neuformulierung einer Natriumfluoridzahnpaste. Bislang aber ist wenig über die Effekte der neuen Wirkstoffe, insbesondere in Zahnpastenformulierungen, bekannt. Ziel der vorliegenden Studie war daher zu untersuchen, ob die neuen Zahnpasten mit der Indikation Erosion den konventionellen natriumfluoridhaltigen (NaF-) Zahnpasten tatsächlich überlegen sind. Untersucht wurden 8 konventionelle, jeweils 2 fluoridhaltige- und 3 fluoridfreie Spezialpasten, sowie 2 zinnhaltige Produkte. Dazu wurde in vitro eine klinische Mundsituation nachgestellt, die bei Patienten mit erhöhtem Konsum an Sport- und Softdrinks auftreten kann. Der Versuch setzte sich aus zwei Versuchsreihen (Experiment I und Experiment II) zusammen. In beiden Experimenten wurden humane Schmelzproben 6 x täglich für 2 min mit 1%iger Zitronensäure behandelt, um erosive Substanzverluste zu erzeugen. Zu Beginn und Ende eines jeden Versuchstages wurden die Schmelzproben für 2 min in die entsprechenden Zahnpastensuspensionen eingelegt. In diesem Versuch wurden die Wirkstoffeffekte untersucht. In Experiment II wurden die Schmelzproben während der Applikationszeit der Zahnpasten für 15 s in einem Zahnputzsimulator gebürstet. Die durch das Bürsten erzeugten Substanzverluste gaben Rückschlüsse auf die Effektivität von Wirkstoffen unter zusätzlichen physikalischen Einwirkungen wie sie bei der täglichen Mundhygiene auftreten. Die Substanzverluste wurden profilometrisch quantifiziert.In Experiment I konnten nahezu alle NaF-Zahnpasten den Substanzverlust gegenüber alleiniger Erosionen zwischen 12-42% signifikant reduzieren (p kleiner gleich 0,001). In der Gruppe der fluoridhaltigen Spezialpasten konnte nur ApaCare den Substanzverlust mit 42% signifikant reduzieren (p kleiner gleich 0,001). Die fluoridfreien Produkte Tooth Mousse und Chitodent reduzierten den Substanzverlust zwischen 26-29% (p kleiner gleich 0,001). Ausgeprägter waren die anti-erosiven Effekte der zinnhaltigen Produkte Pro-Expert Zahnfleischschutz und Gel-Kam mit einer signifikanten Reduktion des Substanzverlustes von 55 und 78% (p kleiner gleich 0,001).In Experiment II erzielten nur drei der acht untersuchten NaF-Zahnpasten im Vergleich zum Bürsten mit fluoridfreier Zahnpaste (Negativbürstkontrolle) einen signifikanten Effekt zwischen 29 und 37% (p kleiner gleich 0,01). Die fluoridfreien und zinnhaltigen Zahnpasten hatten keine signifikanten Effekte. Lediglich das zinnhaltige Produkt Gel-Kam erzielte eine Reduktion von 75% (p kleiner gleich 0,001).In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass die meisten Zahnpasten eine gewisse anti-erosive Wirksamkeit besitzen. Auch wenn das Bürsten mit den meisten Produkten nicht zu einer signifikanten Erhöhung des Substanzverlusts gegenüber alleiniger Erosion führte, so fanden sich auch keine positiven Effekte. Auch die speziellen Formulierungen der untersuchten Zahnpasten für die Indikation Erosion sind den in breiter Anwendung befindlichen konventionellen Fluoridzahnpasten nicht überlegen.

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