Das Nukleosid-Analogon Gemcitabin (Gemzar®), bisher nur als Zytostatikum gegen eine Vielzahl von Tumoren verwendet, konnte in der vorliegenden Studie erfolgreich als potentes immunsuppressives Medikament im Rahmen einer akuten und akzelerierten Transplantatabstoßung im Rattenmodell eingesetzt werden.In der Dosierung von 130-150 µg/kg KG/d unterdrückte Gemzar® die akute und akzelerierte Abstoßung von allogenen (LBNF1->LEW) Nieren- und Herztransplantaten signifikant gegenüber der nicht behandelten Gruppe (Transplantatüberlebenszeiten: akut Niere 68,17±42,99 vs. 5,9±0,64 p<0,005; akut Herz 32,13±15,37 vs. 7±0;63 p<0,003; akzeleriert Herz 5±1 vs. 1,39±0,13 p<0,001).In vitro konnten die durch allogene Antigene ausgelöste Proliferation der Lymphozyten im MLR-Test in der mit Gemcitabin behandelten Gruppe deutlich herabgesetzt werden. Durch Zytotoxizitätstest, radiale Immundiffussion und FACS-Analyse war es möglich, eine Inhibition der durch NK-Zellen ausgelösten Zell-Lyse, eine verminderte Produktion der Gesammt-Immunglobuline sowie die vollständige Abrogation allospezifischer IgM- und IgG-Antikörper in der experimentellen Gruppe zu zeigen. Innerhalb der physiologischen Zeitspanne einer akuten Transplantatabstoßung konnte durch die PCR-Analyse gezeigt werden, dass mit Gemcitabin die mRNA-Transkriptexpression innerhalb des Transplantates von IFN-?, CD 3 und CD 25 im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich reduziert wird.Die Ergebnisse aus dieser Studie versprechen eine weitere Einsatzmöglichkeit des Zytostatikums Gemcitabin im Rahmen immunsuppressiver Therapie nach Organtransplantation. Weitere Studien, insbesondere zur Dosisoptimierung und zur Anwendung in der Kombinationstherapie sind erforderlich und in Vorbereitung.
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