Gesundheitliche Relevanz von Übergewicht und Adipositas im Alter : Eine Untersuchung im Rahmen der Giessener Senioren Langzeitstudie (GISELA)

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Die vorliegende Arbeit wurde innerhalb der Giessener Senioren Langzeitstudie (GISELA)durchgeführt. Bei der GISELA-Studie handelt es sich um eine prospektive Kohortenstudie, inder seit 1994 in ein- bzw. zweijährigen Abständen Giessener Senioren bezüglich ihresErnährungs- und Gesundheitsstatus beobachtet werden. Im Rahmen dieser Arbeit wurde derZusammenhang zwischen BMI und den Untersuchungsparametern Blutfette,Antioxidantienstatus, Homocystein und Vitaminstatus, Blutdruck, Krankheiten, subjektiveBefindlichkeit, soziodemographische und -ökonomische Daten, Gesundheitsverhalten,körperliche Aktivität sowie Energie- und Nährstoffzufuhr untersucht. Des Weiteren wurdendiese Kenngrössen im Kollektiv der aktuell übergewichtigen und adipösen Probanden mit demKörpergewichtsverlauf ab dem 20sten Lebensjahr in Beziehung gesetzt. Zudem wurde derEinfluss des BMI in jungen Jahren auf die altersabhängigen Veränderungen des BMIüberprüft. Zur Ausarbeitung dieser Fragestellungen wurden die bei der jeweils erstenUntersuchung der Senioren ermittelten Daten aus den Erhebungsjahren 1994-2004herangezogen.Bei der ersten Fragestellung wurden die Probanden entsprechend ihrem BMI und getrenntnach Geschlecht den Gewichtskategorien Normalgewicht, Übergewicht und Adipositaszugeordnet. Anhand des Mann-Whitney U-Tests zeigen sich bei den Adipösen im Vergleichzu den Normalgewichtigen eine signifikant höhere Triglyceridkonzentration im Serum, einesignifikant niedrigere HDL-Cholesterinkonzentration im Serum, eine signifikant niedrigereVitamin C-Konzentration im Plasma (nur bei den Frauen), eine signifikant niedrigere beta-Carotin-Konzentration im Plasma, eine signifikant niedrigere Folsäurekonzentration imSerum (nur bei den Frauen), ein signifikant höherer systolischer und diastolischer Blutdruckund ein signifikant niedrigerer Zeitverbrauch für die Hausarbeit (nur bei den Frauen), für dieleichten (nur bei den Männern), die mittelschweren und die gesamten sportlichen Aktivitätensowie für die gesamten körperlichen Aktivitäten (nur bei den Frauen). Des Weiteren findensich bei den Adipösen mit Hilfe des Chi-Quadrat-Tests eine signifikant höhere Prävalenz füreinen niedrigen HDL-Cholesterinspiegel im Serum (nur bei den Männern), eine signifikanthöhere Prävalenz für eine niedrige beta-Carotin-Konzentration im Plasma, signifikant höherePrävalenzen für abnorme Werte beider Blutdruck-Kenngrössen, signifikant höherePrävalenzen für die Gesundheitszustände Diabetes (nur im Gesamtkollektiv), Hypertonie,ischämische Herzerkrankungen (nur bei den Frauen) und Hirngefässerkrankungen (nur bei denFrauen), eine signifikant höhere Anzahl an mässig bis nicht zufriedenen Probanden (nur beiden Frauen) und ein signifikant niedrigerer Status betreffend die Parameter Schulbildungsowie höchster Ausbildungsabschluss (nur bei den Frauen).Beim Übergewicht lassen sich nicht so viele signifikante Zusammenhänge mit den einzelnenErnährungs- und Gesundheitsparametern ausmachen. So zeigen sich bei den Übergewichtigenim Vergleich zu den Normalgewichtigen mit Hilfe des Mann-Whitney U-Tests eine höhereTriglyceridkonzentration im Serum (nur bei den Frauen), eine niedrigere HDLCholesterinkonzentrationim Serum, eine niedrigere beta-Carotin-Konzentration im Plasma (nurbei den Frauen), eine niedrigere Vitamin B12-Konzentration im Serum (nur bei den Frauen),ein höherer systolischer und diastolischer Blutdruck sowie ein niedrigerer Zeitverbrauch fürdie leichten, die mittelschweren sowie die gesamten sportlichen Aktivitäten (nur bei denMännern). Anhand des Chi-Quadrat-Tests finden sich auf Seiten der Übergewichtigen zudemeine höhere Prävalenz für eine niedrige beta-Carotin-Konzentration im Plasma (nur bei denFrauen), eine höhere Prävalenz für eine niedrige Vitamin B12-Konzentration im Serum (nurbei den Frauen), eine höhere Prävalenz für einen hohen diastolischen Blutdruck, eine höherePrävalenz für einen hohen systolischen Blutdruck (nur bei den Frauen), höhere Prävalenzenfür die Gesundheitszustände Hypertonie (nur bei den Männern) und Hirngefässerkrankungen(nur bei den Frauen), eine höhere Anzahl an mässig bis nicht zufriedenen Probanden und einniedrigerer Status für den Parameter der Schulbildung. In Bezug auf die Nährstoffzufuhrdeuten die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit darauf hin, dass die Senioren unabhängig vomBMI ein hohes Risiko für bestimmte Nährstoffdefizite aufweisen.Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wurden die aktuell übergewichtigen und adipösenStudienteilnehmer anhand ihres Körpergewichtsverlaufs ab dem 20sten Lebensjahr in dreiGruppen eingeteilt. Mittels Anwendung des Mann-Whitney U-Tests und des Chi-Quadrat-Tests zeigt sich, dass ein konstantes Gewicht im Vergleich zu einer moderaten bzw.beträchtlichen Gewichtszunahme mit einer jeweils deutlich grösseren Anzahl an signifikantenpositiven Zusammenhängen, die vor allem die körperliche Aktivität und die Nährstoffzufuhrbetreffen, einhergeht. Demnach finden sich bei den Probanden, die ab dem 20sten Lebensjahrein konstantes Gewicht aufweisen, ein höherer Zeitverbrauch für die leichten sportlichenAktivitäten, eine höhere tägliche Kohlenhydrat-, Vitamin D-, Jod- und Disaccharidzufuhrsowie ein höherer Prozentsatz, der über dem Referenzwert für die tägliche Ballaststoff-,Pantothensäure- und Biotinaufnahme liegt, als bei den Probanden, die ab dem gleichen Altereine moderate Gewichtszunahme erfahren haben. Im Gegensatz dazu lassen sich in derGruppe mit einer moderaten Gewichtszunahme eine höhere Vitamin E-Konzentration imPlasma, eine höhere tägliche prozentuale Proteinzufuhr sowie ein höherer Prozentsatz, der denReferenzwert für die tägliche prozentuale Proteinzufuhr überschreitet, feststellen. Auch beider vergleichenden Gegenüberstellung mit den Probanden, die ab dem 20sten Lebensjahr einebeträchtliche Gewichtszunahme erfahren haben, zeigen sich auf Seiten der Probanden miteinem konstanten Gewicht einerseits eine niedrigere Vitamin E-Konzentration im Plasmasowie eine niedrigere tägliche prozentuale Proteinzufuhr und andererseits ein höhererZeitverbrauch für die leichten sportlichen Aktivitäten, eine höhere tägliche Kohlenhydrat-,Jod- und Disaccharidzufuhr sowie ein höherer Prozentsatz, der über dem Referenzwert für dietägliche Ballaststoff- und Biotinaufnahme liegt. Zusätzlich finden sich bei den Probanden, dieihr Körpergewicht relativ konstant gehalten haben, eine niedrigere Triglyceridkonzentrationim Serum sowie ein höherer Zeitverbrauch für die mittelschweren und die gesamtensportlichen Aktivitäten. Des Weiteren wird in der vorliegenden Arbeit eine beträchtlicheGewichtszunahme im Vergleich zu einer moderaten Gewichtszunahme mit einer sehr vielgrösseren Anzahl an signifikanten negativen Zusammenhängen - diese beziehen sich imWesentlichen auf den Gesundheitsstatus - assoziiert.Im Gesamtkollektiv lässt sich bei einigen Untersuchungsparametern sowohl zwischen denBMI-Gruppen 3 und 4 als auch zwischen einzelnen Körpergewichtsverlaufsgruppen einsignifikanter Unterschied feststellen. Folglich wurde in einer weiteren Auswertung mit Hilfeder multiplen linearen Regression bzw. der binären logistischen Regression überprüft, ob deraktuelle BMI oder der Gewichtsverlauf vom 20sten Lebensjahr bis zum Alter beiStudieneintritt den grösseren Einfluss auf diese Kenngrössen ausübt. Es hat sich gezeigt, dassder systolische Blutdruck, die tägliche prozentuale Proteinzufuhr sowie die Zugehörigkeit zuder höheren Referenzgruppe für den diastolischen Blutdruck mit Hilfe des aktuellen BMIsignifikant stärker erklärt werden können. Der Gewichtsverlauf vom 20sten Lebensjahr biszum Alter bei Studieneintritt wiederum leistet einen signifikant grösseren Beitrag zurErklärung der subjektiven Befindlichkeit. Keine signifikant unterschiedlichenErklärungsbeiträge durch BMI und Gewichtsverlauf zeigen sich hingegen bei den Parameternbeta-Carotin-Konzentration im Plasma, täglicher Zeitverbrauch für mittelschwere sportlicheAktivitäten, Auftreten einer Hypertonie oder einer anderen Hochdruckkrankheit sowieAuftreten einer Schilddrüsenerkrankung. Da sich in der jeweils höherenGewichtsverlaufsgruppe ein signifikant grösserer Wert für den aktuellen BMI findet, könnendie Zusammenhänge zwischen dem Gewichtsverlauf und den Parametern systolischerBlutdruck, mit Referenzwerten verglichener diastolischer Blutdruck und prozentualeProteinzufuhr im Kollektiv der übergewichtigen oder adipösen Senioren zum grössten Teil aufden aktuellen BMI zurückgeführt werden.Abschliessend wurde noch der Einfluss des BMI in jungen Jahren auf die altersabhängigenVeränderungen des BMI überprüft. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern lässtsich beim Vergleich der Probanden, die in jungen Jahren untergewichtig sind, mit denProbanden, die in jungen Jahren normalgewichtig sind, in ersterer Probandengruppe einesignifikant höhere BMI-Differenz feststellen. Darüber hinaus weisen Männer, die in jungenJahren übergewichtig sind, im Vergleich zu Männern, die in jungen Jahren untergewichtigbzw. normalgewichtig sind, eine signifikant niedrigere BMI-Differenz zwischen dem 20stenund dem 60sten Lebensjahr auf.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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