Untersuchungen zum Bedrohungspotential des Energiemaisanbaus in Deutschland durch den Westlichen Maiswurzelbohrer

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Die derzeitigen Entwicklungen in der Biogasbranche deuten daraufhin, dass sich der Anbau von Mais in den kommenden Jahren intensivieren wird. Schätzungen der FNR zufolge, werden bis zum Ende des Jahres 2011 ca. 7000 Biogasanlagen in Deutschland stehen. Um diese Anlagen mit einer ausreichenden Substratmenge zu versorgen, ist ein intensiver Anbau von Energiepflanzen unabdingbar. Es ist davon auszugehen, dass Mais auch in Zukunft aufgrund seiner geringen Anbaukosten und seiner hohen Methanausbeute weiterhin als wichtigstes Gärsubstrat eingesetzt werden wird. Ein gefährlicher, aus den USA eingeschleppter Maisschädling - Der Westliche Maiswurzelbohrer - wird demnach optimale Bedingungen vorfinden, um sich in Deutschland etablieren und weiter verbreiten zu können. Die Befallssituation im Jahr 2011 hat sich im Vergleich zu den vorherigen Jahren drastisch verändert. Vor allem die Situation in Baden-Württemberg, wo sich die Käfer-Funde nahezu um das neunzehnfache vervielfacht haben, deutet daraufhin, dass sich die Verbreitung des Westlichen Maiswurzelbohrers in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Die erstmaligen Funde in Hessen und Rheinland-Pfalz zeigen auf, dass es durch Verschleppungen deutschlandweit zu nicht vorhersehbaren Befällen kommen kann. In Zukunft wird es daher vor allem wichtig sein, flexibel und schnell auf neue Funde reagieren zu können. Die Eingrenzungsmaßnahmen müssen weiter ausgebaut werden, was mit hohen Kosten für Landwirte und Länder verbunden ist. Der Verbreitungsdruck der Käferpopulationen in den an Deutschland angrenzenden Ländern wird ebenfalls weiter ansteigen. An den Grenzen zu diesen Ländern sind in den kommenden Jahren neue Einschleppungen zu erwarten. Vor allem die Situation in Polen muss in Zukunft beachtet werden. Denn dort ist der Käfer nur noch ca. 150 km von der Grenze zu Sachsen entfernt und könnte demnach schon bald eine Bedrohung für den sächsischen Maisanbau darstellen. Die Verbreitung über menschliche Transportwege ist trotz der negativen Ergebnisse des durchgeführten Monitorings entlang der Autobahn A 5 nicht zu vernachlässigen. Denn punktuelle Einschleppungen wie beispielsweise in Hessen und Rheinland-Pfalz, oder in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2010 sind auf Verschleppungen durch Flug-, Straßen- und Schiffsverkehr zurückzuführen.Ein Umstieg der Biogasbranche auf alternative Substratpflanzen sollte unbedingt in Erwägung gezogen werden. Es stehen genügend alternative Pflanzenarten zur Verfügung, die sowohl mit den Anbaukosten, als auch mit den Gaserträgen von Mais vergleichbar sind. Inwiefern ein Umstieg aus ökonomischer Sicht realisierbar ist, müsste in weiteren Studien erarbeitet werden. Sollte die Biogasbranche weiterhin auf die Substratversorgung durch Mais setzen, könnte es schon in wenigen Jahren zu Substratengpässen kommen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform