Untersuchungen zur postpartalen Involution und Regeneration des Reproduktionstraktes beim Schwein
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit war es, den genauen Zeitpunkt zu eruieren, zu dem die postpartale Rekonvaleszenz des porcinen Sexualtraktes abgeschlossen ist. Dieser Untersuchung standen 37 multipare Sauen der Rasse DL - DE zwischen dem 3. und 27. Tag post partum zu Verfügung. Adspektorisch wurde der Ödematisierungsgrad und die Formierung der Vulva beurteilt. Deren Betrachtung erwies sich als kein geeigneter Parameter für eine Zeitpunktdefinition in der späten postpartalen Phase. Zur makroskopischen Untersuchung des Sexualtraktes wurden die Länge, Breite und Wanddicke der einzelnen Abschnitte, sowie der vestibulo-vaginale Bereich, die Cervix, der Corpus uteri und die Uterushörner, vermessen. Zusätzlich wurde von der Cervix der Lumendurchmesser ermittelt. Die Uteri wurden gewogen. Auch das Gewicht, die Länge, Breite und Höhe der Ovarien wurden aufgenommen und die Follikel gezählt. Für die Histologie wurden aus den oben genannten Abschnitten sowie im caudalen, medialen und cranialen Uterushorn Gewebeproben entnommen und deren unterschiedliche Schichtdicke computergesteuert mit dem Vermessungsprogramm analys SIS 2.0 erfasst. So konnten die variierenden Regressions- und Reorganisationsverläufe des Epitheliums pseudostratificatum columnare, Stratum cellulare, Stratum reticulare, Stratum fibrillare, Stratum circulare, Stratum longitudinale, Tunica serosa und der Lumendurchmesser der Drüsen im Einzelnen betrachtet werden. Auch der Querschnitt der Salpinx wurde mikroskopisch ausgewertet. Diese umfassende Untersuchung des porcinen Sexualtraktes im postpartalen Zeitraum zeigte auf, wie komplex die Reparationsabläufe sind. Noch während der dominanten Involutionsphase in der 1. Woche post partum findet schon die Reorganisation statt. In der Mitte der 3. postpartalen Woche können sowohl makroskopisch als auch histologisch geringfügige Poliferationsvorgänge gehäuft nachgewiesen werden. Die gerichtete Entwicklung zu diesem Zeitpunkt tritt bei so vielen Untersuchungskriterien auf, dass eine Zufälligkeit auszuschließen ist. In der 4. Woche nach der Abferkelung sind alle Veränderungen nur noch marginal, alle Zellschichten scheinen in einer Art Ruhezeit zu verharren. Anhand der Ergebnisse dieser Arbeit ist der Zeitpunkt der abgeschlossenen Rekonvaleszenz eindeutig in der Mitte der 3. Postpartalwoche zu legen. Aufgrund individueller Unterschiede und einer zeitgleichen Proliferation ist nur eine Zeitraumbegrenzung und nicht ein exakter Zeitpunkt möglich. Es gelang über die Grundfrage hinaus durch die Schichtdickenmessung der beiden Muskelschichten und deren Variabilität in den einzelnen Abschnitten den Vorgang der Austreibung der Ferkel während der Geburt genauer erklärbar zu machen. Ausgehend vom cranialen Uterushorn wird der Fetus mit longitudinalen Muskelfasern zunächst vorwärts transportiert. Zum Corpus uteri hin baut sich die Kontraktion immer mehr auf. Dies wird durch vermehrt angeordnete zirkuläre Fasern erzielt. In der Cervix ist das Stratum circulare so mächtig, dass das Ferkel für die letzte Wegstrecke eine Schubkraft verliehen bekommt, die dazu führt, dass es regelrecht aus der Rima Vulva herausgeschossen wird. Dieser Vorgang ermöglicht eine rasche und damit unbeschadete Geburt für das Neugeborene.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2007
