Epidemiologie und Versorgungsstrukturen des Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen in Bremen

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Problemstellung: Weltweit nimmt die Anzahl der Neuerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen zu. In Deutschland liegt die Inzidenz nach aktuellen Schätzungen bei bis zu 15/100.000 Einwohnern im Jahr. Auf die steigende Anzahl an jugendlichen Diabetikern muss mit entsprechender Versorgung reagiert werden, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten und Folgeschäden des Diabetes zu reduzieren. Da die Finanzierung der medizinischen Kosten in allen Versorgungsbereichen in Frage gestellt wird, muss durch Dokumentation eine Qualitätssicherung der Kliniken belegt werden. Um diesen Faktoren Rechnung zu tragen, sind für das Bundesland Bremen Inzidenz- und Prävalenzraten des Diabetes mellitus Typ 1 ermittelt worden. Die Versorgungsstrukturen in Bremen und dieErgebnisqualität der betreuenden Ambulanzen wurden untersucht. Methodik: Von Januar 1999 bis Dezember 2000 sind die Daten von 150 Diabetikern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren in einer diabetesspezifischen Software DPV erfasst und statistisch ausgewertet worden. Für die Inzidenz- und Prävalenzberechnung wurde ein Fragebogen anPädiater, Internisten und Kinderkliniken versandt. Mit der Capture-recapture Methode konnte die Erfassungsgenauigkeit der Datenquellen überprüft werden. Eine spezifische Bevölkerungsstatistik wurde vom Statistischen Landesamt zur Verfügung gestellt. Ergebnisse: Im genannten Zeitraum liegt die Prävalenz bei 133,7/100.000 und die Inzidenz bei 17/100.000 bei einer Erfassungsvollständigkeit von 98,5%. Das mittlere Alter der Patienten beträgt 12 Jahre, die mittlere Diabetesdauer liegt bei 4 Jahren. Die Jungen sind mit 55% leicht überrepräsentiert. Drei Diabetesambulanzen versorgen über 300 Patienten ausBremen und Niedersachsen und gewährleisten eine wohnortnahe Betreuungsmöglichkeit der Patienten. Als Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie nehmen dieAmbulanzen an einem kontinuierlichen Programm zur Qualitätssicherung teil. Die stationären Aufenthalte resultieren zu 80% aus Neumanifestationen, Therapieumstellungen und Schulungen; die durchschnittliche Liegedauer beträgt 12 Tage. Die Stoffwechseleinstellung liegt mit einem mittleren HbA1c-Wert von 7,9% leicht über dem angestrebten Zielwert. Schlussfolgerung: Erstmals liegen für das Bundesland Bremen methodisch erfasste Inzidenz- und Prävalenzraten vor, die einen Vergleich mit den Daten aus anderen Bundesländern ermöglichen. Es ist geplant, die epidemiologischen Daten in Bremen prospektiv über die nächsten Jahre zu erfassen und die Studie auf den norddeutschen Raum zu erweitern. Diederzeitige Stoffwechseleinstellung der Diabetiker macht eine weiterführende Analyse und Optimierung der Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung erforderlich.

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