Untersuchungen zur Modulation der prädiabetischen Inselentzündung im Tiermodell der NOD-Maus
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Zusammenfassung
Der insulinabhängige Diabetes Mellitus (IDDM) oder Typ 1 Diabetes resultiert aus einer immun-mediierten Zerstörung der insulinproduzierenden beta-Zellen der Langerhans-Inseln des Pankreas. Die Th1-/Th2-Immunbalance spielt dabei eine wichtige Rolle. T-Helferzellen vom Th1-Typ und deren Zytokinprodukte (z.B. INF-gamma, TNF-alpha) werden als pathogene Immunmechanismen bei der Krankheitsentstehung beschrieben, wohingegen Th-2-assoziierte Immunzellen und deren Zytokinprodukte (z.B. IL-10, TGF-beta) als kaum destruktiv oder sogar als protektiv gelten [2, 3, 25]. Die vorliegende Arbeit beschäftigte sich mit dem pathoimmunologischen Krankheitsgeschehen des Cyclophosphamid-induzierten Typ 1 Diabetes im Tiermodell der non obese diabetic (NOD) Maus. Bei der NOD-Maus kommt es durch Infiltration mit mononukleären Zellen zu einer autoimmunen Zerstörung der beta-Zellen im Pankreas. Zu den infiltrierenden Zellen zählen u.a. Lymphocyten, die in Darm-assozierten Immungeweben vorkommen [86, 87]. So konnte gezeigt werden, dass der Verlauf des IDDM über das Darmimmunsystem zu beeinflussen ist. Sowohl Nahrungsmittelantigene, diätetische Fütterung, als auch die orale Verabreichung von spezifischen Wirkstoffen auf das Darmimmunsystem konnten den Krankheitsprozess des Typ 1 Diabetes hemmen [51, 53, 56, 57]. Das Alkylanz Cyclophosphamid beschleunigt und synchronisiert im NOD-Modell schon nach einmaliger Injektion das Krankheitsgeschehen. Es kommt zu einem Übergang von einer Th2- zu einer Th-1-Immunantwort [11]. Das Aussmaß der Infiltration in den Langerhans-Inseln des Pankreas bestimmt den Grad der Inselentzündung. Die vorliegenden histologischen Untersuchungen erlaubten eine Unterteilung der Insulitis in vier Grade. Im Mausversuch kam es 10 Tage nach intraperitonealer Injektion von 250 mg/kg Cyclophosphamid bei weiblichen NOD-Mäusen zu einer massiven Infiltration der Inseln und zu einem signifikanten Anstieg der Insulitis auf durchschnittlich Grad 4 (p<0,0002 Experiment 1; p<0,002 Experiment 2). Cyclophosphamid induzierte innerhalb von 10 Tagen die Entwicklung einer destruktiven Intrainsulitis. Diese Ergebnisse stützen vorherige Versuche, bei denen die Progression des Infiltrationsgeschehens durch die Gabe von Cyclophosphamid gezeigt werden konnte [10, 11, 14]. Ein nächster Forschungsansatz waren Zytokinmessungen von Dünndarm mRNA von NOD-Mäusen. Es wurde der Effekt des Cyclophosphamids auf die intestinale Zytokinexpression 3 bzw. 7 Tage nach Injektion gemessen. 6 bis 7 Wochen alte, weibliche NOD-Mäuse wurden mit 250 mg/kg Cyclophosphamid intraperitoneal behandelt. Der Gehalt an mRNA von TGF-beta, IFN-gamma, IL-10 und TNF-alpha wurde mittels quantitativer RT-PCR aus Dünndarm isolierter RNA bestimmt. Innerhalb von 3 Tagen zeigte sich eine sinkende Expressionsrate von IL-10, welches mit einer Th2-Immunantwort assoziiert wird. Das Ziel der Vakzinierungsstudie war eine Modulation des Immungeschehens über die Darmmukosa. In der Vergangenheit konnten durch DNA-Vakzinierung protektive Immunantworten bei infektiösen und autoimmunen Krankheitsbildern ausgelöst werden [60, 63]. Diese Induktion einer schützenden Th2-Antwort durch eine Immunisierung mit DNA könnte den Verlauf des Typ 1 Diabetes günstig beeinflussen. 70 Tage alte, weibliche NOD-Mäuse wurden mit Plasmid-DNA-Konstrukten, welche kodierend für TGF-beta, hsp60 oder lösliches ICAM-1 waren, oral behandelt. Um den Krankheitsverlauf zu synchronisieren, erhielten die Tiere 250 mg/kg Cyclophosphamid via intraperitonealer Injektion. Ein Teil der Tiere wurde ausschließlich mit Cyclophosphamid behandelt und fungierte als Kontrollgruppen. Semiquantitative histologische Untersuchungen und immunhistologische Insulinfärbungen zeigten, dass die orale Vakzinierung mit pDNA-Konstrukten das Ausmaß der Inselinfiltration, induziert durch Cyclophosphamid, nicht nachhaltig beeinflussen konnte. Quantitative RT-PCR Analysen von RNA aus dem korrespondierenden Pankreasgewebe zeigten jedoch für die Administration mit ICAM-1-Vakzine und TGF-beta-Vakzine steigende mRNA-Spiegel für IL-10. Dies spricht für eine entzündungshemmende regulatorische Immunantwort [4, 84].Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2007
