Die Aussagekraft humanspezifischer Bluttests zur Einschätzung des postmortalen Intervalls bei Knochenfunden

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Mit dem Ziel, neue, praktisch anwendbare Methoden zur Einschätzung des Postmortal-Intervalls (PMI) zu erhalten, wurden im ersten Teil einer Versuchsreihe 39 humane und fünf tierische Langknochen mit bekanntem PMI im Erdlager (0,2 bis ca. 2000 Jahre) mit zwei zur Einschätzung des PMI etablierten Methoden (UV-Fluoreszenz an der frischen Sägefläche und Luminol-Test) und zwei erstmals unter dieser Fragestellung eingesetzten Methoden (Hexagon-OBTI®-Test und Combur®-Test) verblindet untersucht. Die dem Experiment zugrunde liegende Hypothese bestand in der Annahme, dass die mit dem PMI zusammenhängende Chemilumineszenz der Luminolreaktion auf dem Vorhandensein von verbliebenem Hämin bzw. Hämoglobin in der Knochensubstanz beruht.Die Ergebnisse bestätigten, dass das Fehlen von Chemilumineszenz und eine deutliche Reduktion der UV-Fluoreszenz eine stärkere Aussagekraft bezüglich des Ausschlusses eines forensisch relevanten PMI besitzen als umgekehrt eine positive Luminolreaktion und eine vollständige UV-Fluoreszenz. In beiden Fällen wurden die Grenzen der Methoden unter dieser Fragestellung deutlich. Insbesondere für Proben mit einer positiven Luminolreaktion könnte die Anwendung von unbedingten Methoden zur Schätzung des PMI angezeigt sein. Entgegen unserer Erwartungen lieferten sowohl der Combur®-Test als auch der Hexagon-OBTI®-Test, die beide ursprünglich zum Blutnachweis konzipiert wurden, für alle Proben ein negatives Ergebnis. Daher wurden im zweiten Versuchsteil fünf der vorher 39 Knochenproben aus fünf Liegezeiten im Erdlager (ebenfalls 0,2 bis ca. 2000 Jahre) ausgewählt und erneut mit dem Hexagon-OBTI®-Test und zusätzlich mit dem ebenso für den Nachweis von Blutspuren entwickelten RSID®-Bluttest verblindet untersucht. An den Proben wurden insgesamt fünf Versuchsreihen nach Packungsanleitung und unter Abwandlung der Standardprotokolle der Hersteller durchgeführt. Hierbei sollte geprüft werden, ob mit vorgeschalteten Reaktionsschritten bzw. längerer Inkubationszeit das Hämoglobin oder seine Bestandteile aus dem Knochen gelöst werden und somit in Abhängigkeit des PMI positive Testergebnisse resultieren können. Vier Versuchsreihen erbrachten für alle Proben ein negatives Ergebnis und eine Versuchsreihe für alle Proben ein gleichermaßen schwach-positives Resultat. Aufgrund der Ergebnisse lässt sich konstatieren, dass die hier verwendeten Schnelltests, die auf dem Nachweis von Blut beruhen, zur Eingrenzung des postmortalen Intervalls von Knochenfunden trotz Abwandlung der Standardprotokolle nicht geeignet sind. Zur Frage des postmortalen Abbaus von Hämoglobin in Knochen sind weitere, grundlegende Untersuchungen notwendig.

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