Untersuchungen zum Vorkommen von Verotoxin-bildenden Escherichia coli (VTEC) bei Rehwild in Hessen
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Zusammenfassung
In einer repräsentativen Prävalenzstudie sollte für das Bundesland Hessen das Vorkommen von Verotoxin-bildenden E. coli (VTEC) bei Rehwild ermittelt werden. Dazu wurden Kotproben von 353 erlegten Rehen aus Revieren von 12 hessischen Forstämtern aus insgesamt 12 Landkreisen einbezogen. Nach selektiver kultureller Anreicherung wurden im Enzymimmunoassay (EIA) bzw. in einem immunchromatographischen Verfahren (Duopath®) Verotoxin-positiv getestete Proben weitergehend untersucht. Mittels konventioneller PCR und Anzüchtung der VTEC auf selektiv-elektiven Nährmedien konnten insgesamt 68 Tiere (19,3 %) als Ausscheider solcher Stämme nachgewiesen werden. Unter den positiven Rehen waren die juvenilen Tiere (29,84%) hoch signifikant (p < 0,001) häufiger betroffen als die beiden anderen Altersklassen subadult (14,75 %) und adult (12,80 %). Eine Abhängigkeit hinsichtlich des Geschlechts konnte nicht festgestellt werden. In Abhängigkeit von den Landkreisen gab es signifikante (p < 0,05) Unterschiede in den Prävalenzen (10,5 % - 41,4 %); in zwei Landkreisen konnten keine positiven Tiere nachgewiesen werden. Die molekular-basierte Typisierung zur Erfassung der Verotoxinsubtypen zeigte, dass der Subtyp 2b (38,5 %) dominierte, gefolgt von dem Subtypen VT 2g (30,8 %) sowie den Subtypen VT 1c, VT 1d (jeweils 12,8 %) und VT 1a (5,1 %). Von den insgesamt 68 positiven Rehen konnten 79 verschiedene E. coli-Isolate gewonnen werden. Bei sieben Tieren konnten neben verschiedenen Serotypen auch VTEC-Stämme mit unterschiedlichen Genkombinationen nachgewiesen werden. Lediglich ein VTEC-Isolat erwies sich als positiv für das E. coli attaching and effacing-Gen (eae), das regelmäßig bei hoch virulenten VTEC-Stämmen anzutreffen ist. Das Enterohämolysin-Gen konnte bei 27 Isolaten nachgewiesen werden. Unter den 79 Isolaten waren 27 verschiedene Serotypen zu finden. Am häufigsten wurden der Serotyp O21:H21(16,6 %) und O74:H28 (16,6 %) detektiert, gefolgt von O146:H28 (7,7 %), O154:H31(6,4 %) und O174:H8 (6,4 %). O174:H8 konnte in Zusammenhang mit den Verotoxin-Subtypen VT 1a und VT 1c sowie dem e-hly-Gen schon bei schweren Krankheitsverläufen des Menschen nachgewiesen werden.Insgesamt kann aufgrund der hier erhobenen Befunde davon ausgegangen werden, dass Rehwild in Hessen als natürliches Reservoir für VTEC angesehen werden muss. Prinzipiell handelt sich jedoch bei den isolierten VTEC-Stämmen vorwiegend um Stammformen mit geringer Virulenz. Zusätzlich deutet die Tatsache, dass VTEC aus Rehwild und landwirtschaftlichen Nutztieren Gemeinsamkeiten aufweisen und sich die Tierzahl pro landwirtschaftliche Fläche auf die Prävalenz auswirkt, auf eine wechselseitige Übertragung hin.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : http://www.dvg.net/ DVG Service
