Nachweis des Platelet-activating factor (PAF) in der bovinen Plazenta anhand der Expression des PAF-Rezeptors und der zugehörigen PAF-Azetylhydrolasen

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Platelet-activating factor (PAF) gehört der großen Familie der Wachstumsfaktoren an und wurde häufig im Zusammenhang mit Angiogenesevorgängen beschrieben. Da sich die Plazenta besonders gut zum Studium von Wachstums- und Angiogenesevorgängen eignet, befasst sich diese Arbeit mit der Frage, ob PAF in der bovinen Plazenta, die sich durch eine eingeschränkte Invasion von Trophoblastriesenzellen auszeichnet, eine Rolle spielt. PAF wurde indirekt über die Expression des PAF-Rezeptors (PAF-R) sowie die inaktivierenden PAF-Azetylhydrolasen (PAF-AH) in der bovinen Plazenta nachgewiesen. Die untersuchten Plazentome aus der Rinderplazenta deckten den gesamten Zeitraum der Trächtigkeit vom Tag 30 der Gravidität bis unmittelbar vor den Geburtseintritt ab. Dieses Material wurde parallel schockgefroren beziehungsweise mit Bouin scher Lösung/Formalin fixiert. Sowohl der PAF-R als auch die PAF-AH-Isoformen wurden auf mRNA- und Proteinebene mit den Methoden RT-PCR, in situ Hybridisierung und Immunhistochemie erfolgreich nachgewiesen. Für das Enzym PAF-AH wurde zusätzlich ein Aktivitätsassay durchgeführt. Der PAF-R wurde während der gesamten Gravidität in der bovinen Plazenta detektiert. Im Verlauf der Gravidität wiesen die unreifen Trophoblastriesenzellen (TGC) die höchste Expression des PAF-R auf. Je größer und reifer die TGC wurden, desto geringer wurde die Expression sowohl der mRNA als auch der des Proteins im Gewebe. Das Karunkelepithel sowie die Endothelzellen der maternalen und fetalen Gefäße exprimierten ebenfalls den PAF-R, die Expressionsstärke blieb jedoch zu jedem Zeitpunkt der Gravidität deutlich hinter der der TGC zurück. Dagegen verschob sich kurz vor dem Eintritt der Geburt die Lokalisation der mRNA wie auch des Proteins des PAF-R. Zu diesem Zeitpunkt zeigten nur noch wenige unreife TGC äußerst schwache Signale, wohingegen im maternalen Stroma und hier besonders in den Endothelien der Gefäße deutliche Signale in der in situ Hybridisierung und der Immunhistochemie erfasst wurden. Die PAF-Azetylhydrolasen zeigten ein ähnliches Expressionsmuster in der in situ Hybridisierung und der Immunhistochemie wie der PAF-R. Auch hier wurden die gleichen Unterschiede, wie bei der Untersuchung des PAF-R, bezüglich der Lokalisation der PAF-AH im Verlauf der Trächtigkeit im Vergleich zum Zeitpunkt kurz vor der Geburt beobachtet. Die mRNA sowie das Protein der PAF-AH waren bei Plazentomen, die den Zustand während der Gravidität repräsentierten, hauptsächlich in unreifen TGC lokalisiert. Die Signalintensität im Karunkelepithel und den Gefäßendothelien war deutlich geringer ausgeprägt. Zum Zeitpunkt kurz vor der Geburt wurde, wie schon beim PAF-R, ein Wechsel der Signale hin zum Karunkelepithel und maternalen Stroma beobachtet. Nur noch sehr wenige TGC zeigten eine schwache Immunreaktion für PAF-AH, wogegen der Hauptanteil der mRNA und des Proteins im maternalen Kompartiment zu finden war. Die Aktivität des Enzyms PAF-AH zeigte keine statistisch signifikanten Veränderungen im Verlauf der Gravidität des Rindes. Hierbei ist aber zu beachten, dass die eingesetzten Proben aus ganzen Plazentomen bestanden, die Untersuchung also mögliche Verschiebungen der Aktivität zwischen den einzelnen Kompartimenten nicht erfasste. Wie oben beschrieben kommt es zu einem Wechsel der Expression der PAF-AH kurz vor der Geburt in das maternale Kompartiment, aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass die PAF-AH-Aktivität im fetalen Anteil der Plazenta zur Geburt hin abnimmt, im maternalen Anteil im entsprechenden Maß ansteigt und daher die Gesamtaktivität dieses Enzyms im Vergleich zu den Werten während der Gravidität keinen messbaren Veränderungen unterliegt. Der PAF-R sowie die PAF-AH konnten erfolgreich in der Rinderplazenta lokalisiert werden. Daher kann man sicher davon ausgehen, dass auch PAF in der bovinen Plazenta vorhanden ist. Die spezifische Lokalisation des PAF-R und der PAF-AH in den unreifen TGC lässt den Schluss zu, dass PAF möglicherweise eine Rolle im Rahmen der Entwicklung und Differenzierung der TGC spielt. Weiterhin könnte PAF, eventuell im Zusammenspiel mit anderen Wachstumsfaktoren, die plazentare Angiogenese stimulieren und/oder allgemein als Wachstumsfaktor wirken. Der Wechsel des Expressionsmusters des PAF-R und der PAF-AH in das maternale Stroma zum Zeitpunkt des Geburtseintritts könnte ein Anzeichen dafür sein, dass PAF bei geburtsrelevanten Vorbereitungen der Plazenta, wie der Regulation der Wehentätigkeit und der postpartalen Regression des Uterus, regulierend mitwirkt.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005

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