Gerüstloser biologischer Aortenklappenersatz bei Patienten mit stark eingeschränkter Herzfunktion (LVEF<30%) im Langzeitvergleich mit Patienten ohne eingeschränkte Herzfunktion (LVEF>50%)

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Hintergrund: Patienten mit stark eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion und einer operationsbedürftigen Aortenklappenpathologie werden noch immer als eine Patientengruppe mit erhöhtem peri- und postoperativem Risiko angesehen. Zum Aortenklappenersatz bei dieser Patientengruppe gibt es einige Arbeiten, mit im Vergleich zu dieser Studie, deutlich kleineren Kollektiven und zumeist sowohl mechanischem als auch biologischem Klappenersatz. Studien mit großen Kollektiven zu Patienten mit einer LVEF< 30%, die auf eine gerüstlose, biologische Klappe beschränkt sind, gibt es zum Zeitpunkt (10/2017) nicht. Zielsetzung der Arbeit: Im Zeitraum 1996-2012 erhielten 2854 Patienten mit stark eingeschränkter oder normaler LVEF im MediClin Herzzentrum Lahr/Baden einen gerüstlosen, biologischen Aortenklappenersatz. Diese wurden in einer retrospektiven Langzeitstudie bezüglich der Überlebenszeit, der Komplikationsinzidenz, der NYHA-Klassenveränderung und der Lebensqualität untersucht. Das Ziel der Arbeit sollte sein, Unterschiede der beiden Subkollektive bezüglich der Überlebenszeit, Komplikationsinzidenz, NYHA-Klassenveränderung, und Lebensqualität aufzuzeigen.Material und Methoden: Untersucht wurden 606 Patienten mit einer LVEF<30% (1571 Patientenjahre), sowie 2248 Patienten mit einer LVEF>50% (10914 Patientenjahre) die einen Aortenklappenersatz (Freestyle®, Firma Medtronic) im MediClin Herzzentrum Lahr/Baden im Zeitraum 01.01.1996-31.12.2012 erhielten. Eingeschlossen wurden auch Mehrklappen- sowie Bypasseingriffe. Die prä-, peri- und frühpostoperativen Daten wurden aus klinikinternen Datenbanken, die Langzeitparameter über einen Fragebogen per Post, beziehungsweise per Telefonbefragung erhoben. Das Vital-Follow-Up des hier untersuchten Kollektivs betrug 99,2%.Ergebnis: Die Letalität nach AKE bei stark eingeschränkter LVEF liegt nach 30 Tagen nur leicht (4,4% vs. 3,9%) über der Letalität bei normaler LVEF. Die Langzeitüberlebensdaten der Patienten mit einer LVEF<30% sind im Vergleich nach 5-Jahren mäßig (56,0 ± 3,6% vs. 75,7 ± 1,0%) und nach 10 Jahren deutlich (17,8% ± 5,3% vs. 44,6 ± 1,6%) geringer als bei Patienten mit normaler LVEF. Das Langzeit-Überleben der LVEF>50%-Gruppe lag nach 15 Jahren bei 19,8 ± 2,3% und nach 17 Jahren bei 11,2 ± 4,8%. Erwähnenswert ist, dass die Rate an Komorbiditäten in der LVEF< 30%-Gruppe deutlich höher lag als in der LVEF> 50%-Gruppe, dies zeigt sich auch am Median des präoperativ erhobenen Euro-SCOREs (10 (4-13) Punkte vs. 6 (1-9) Punkte). Die frühpostoperativen Komplikationsraten bezüglich: Apoplex (2,0% vs. 1,1%), Myokardinfarkt (2,7% vs. 1,2%) sowie akutes Nierenversagen (9,9% vs. 3,3%) ergaben deutlich höhere Werte bei Patienten mit stark eingeschränkter LVEF. Die spätpostoperative Komplikationsinzidenz unterschied sich nicht in den linearisierten Zahlen zur Reoperation (0,38%/100 Patientenjahre), in der EF30-Gruppe zeigten sich jedoch höhere Raten (%/100 Patientenjahre) beim Auftreten von: Endokarditis (0,32 vs. 0,16), Apoplex (0,7 vs. 0,15) und Myokardinfarkt (0,25 vs. 0,1). Bei der Erfassung der postoperativen Lebensqualität fiel auf, dass in beiden Gruppen im Gros eine recht gute Lebensqualität, mit wenigen Einschränkungen angegeben wurde. Geringgradige Unterschiede gab es bei den Items Energie und physische Mobilität. Im Vergleich der NYHA-Klassen vor und nach AKE zeigte sich in beiden Gruppen ein deutlicher Aufstieg. Postoperativ lag der Großteil der befragten Patienten aufgrund der angegebenen Symptome in den NYHA-Klassen I und II. (82,1% vs. 82%) Präoperativ zeigte der Großteil der Patienten Symptome der NYHA-Klassen III und IV. (69,2% vs. 62,2%) Fazit: Bei mäßig erhöhtem Risiko für früh- und spätpostoperative Komplikationen, sowie einem verkürzten Langzeitüberleben, zeigen Patienten mit einer LVEF<30% postoperativ eine gute Lebensqualität und eine deutliche NYHA-Klassenverbesserung.

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