Die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) ist bis zum heutige Tage immer noch eine schwere und lebensbedrohliche Erkrankung. Sie zeichnet sich durch progressive Erhöhung des pulmonalen Gefäßwiderstandes aus und führt damit zu Umbauprozessen, dem sogenannten Remodeling der Lungengefäßwände, zur fortschreitenden Dyspnoe, massiver Leistungseinschränkung und oft zum Tode auf Grund von Rechtsherzversagen. Die drei wichtigsten Signalwege dieser pathologischen Umbauprozesse stellen auch gleichzeitig die wichtigsten medikamentösen Therapieansätze dar. Dazu zählen Endothelin-1 (ET-1), Stickstoffmonoxid (NO) und Prostazykline. In vielen Mono- und wenigen Kombinationstherapie-Studien konnten Verbesserungen des Überlebens, der Hämodynamik und der kardialen Leistungsfähigkeit gezeigt werden. Bedauerlicherweise waren diese Ergebnisse und Studien oft nur von kurzer Dauer. An diesen Punkten möchte die nachfolgende Studie ansetzen.In der vorliegenden Studie handelt es sich um eine Langzeitbeobachtung mit dem Prostazyklinanalogon Treprostinil bei Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie (PAH), wobei die meisten entweder den Endothelin-Rezeptor-Antagonisten Bosentan oder den Phosphodiesterase-Inhibitor Sildenafil als Basismedikation der PAH einnahmen. Es wurden insgesamt 26 Patienten, davon 13 über 18 Monate und weitere 13 über einen Zeitraum von 36 Monaten beobachtet. Als primäre Endpunkte wurde das Überleben und die Entwicklung der Wegstrecke des Sechs-Minuten-Gehtestes über die jeweiligen Zeiträume untersucht. Sekundäre Parameter waren die Entwicklung der NYHA-Klasse, Lungenfunktionsparameter wie die Ein-Sekundenausatmungskapazität (FEV1), FEV1 in Bezug auf die Vitalkapazität (VC), Residualvolumen (RV), Vitalkapazität, Sauerstoffpartialdruck (p02) und Laborparameter wie Hämoglobin, Leukozytenzahl, Creatinin und GOT, CRP und BNP im Verlauf. Das mittlere Alter lag bei 51,8 Jahren (18-72), 88 % der Teilnehmer waren weiblich, 62 % hatten die Diagnose IPAH, 7,5 % HIV-PAH, 7,5 % CREST-PAH und 23 % andere Ursachen der pulmonalen Hypertonie (PH). Darüberhinaus hatten 92 % die NYHA-Klasse III und einen mittleren Sechs-Minuten-Gehtest von 352 m (±20 SEM). Als zusätzliche PAH-Therapie hatten in T005 8,3 % Bosentan und 50 % Sildenafil und in T001 33,3 % Bosentan und 58,3 % Sildenafil erhalten.Das Überleben lag in der T001-Studie nach 18 Monaten bei 100 %. Die Teilnehmer von T005 hatten eine Ein-, Zwei- und Drei-Jahresüberlebensrate von 92 %, 85 % und 68 %. Die mittlere Medikamentendosis lag bei T001 bei 6,4 AZ ±1,5 SD (=38,4 µg ± 9 µg SD) und bei T005 bei 4,9 AZ ±0,3 SD (=24,5 µg ± 1,65 µg SD), viermal täglich. Eine mittlere Veränderung im Sechs-Minuten-Gehtest von +51 m, +38 m und +21 m wurde zum Zeitpunkt von 6, 12 und 18 Monaten bei TRIUMPH 001 festgestellt. In T005 lag die mittlere 6MWT-Differenzstrecke bei +43 m, +38 m, +9 m,+ 21 m, + 19 m und 15 m bei 6, 12, 18, 24, 30 und 36 Monaten. Die Entwicklung der NYHA-Klassen verbesserte sich in T001 bei 23-55 % der Probanden, blieb konstant bei 30-54 % und verschlechtere sich bei 10-23 %. In der T005-Studie zeigte sich eine Verbesserung bei 8-38 %, Konstanz bei 58-83 % und Verschlechterung bei 9-17 % der Teilnehmer.Bei den Lungenfunktionsparametern zeigten sich mittlere Werte im Verlauf für die Ein-Sekundenkapazität in T001 von 1,97-2,36 l, in T005 von 1,71-1,95 l, bei der Ein-Sekundenausatmungs-Kapazität in Bezug auf die Vitalkapazität in T001 72-76 %, in T005 von 70-78 %, beim Residualvolumen in T001 von 2,4-2,7 l, in T005 von 1,9-2,3 l und im Bereich der Vitalkapazität in T001 von 2,9-3,1 l und in T005 mittlere Werte von 2,4-2,7 l. Im Bereich der gemessenen Laborwerte ergaben sich Mittelwerte für Hämoglobin in T001 von 140-147 g/l, in T005 von 140-147 g/l, für die Leukozytenzahl in T001 von 7,42-8,93 giga/l, in T005 von 7,1-8,3 giga/l, für Creatinin in T001 1,2-1,4 mg/dl, in T005 1,0-1,1 mg/dl, für GOT in T001 von 24-38 U/l, in T005 von 34-50 U/l und CRP in T001 von 4,3-7,8 mg/l, in T005 von 5,7-9,0 mg/l. Beim BNP zeigten sich mittlere Differenzwerte in T001 vom -30 ng/l bis -81 ng/l im Verlauf.Die häufigsten Nebenwirkungen waren Husten (58 %), Schwindel (50 %), Ödeme (50%), Kopfschmerzen (35 %) und Übelkeit (35 %) und entsprachen damit den allgemein bekannten Vorkommnissen bei anderen Prostzyklintherapien.Aus der vorliegende Studie lässt sich ableiten, dass inhalatives Treprostinil bei den gemessenen Lungenfunktionsparametern: Ein-Sekundenausatmungskapazität, Ein-Sekundenausatmungskapazität in Bezug auf die Vitalkapazität, Residualvolumen und Vitalkapazität und den gemessenen Laborparameter: Hämoglobin, Leukozytenzahl, Creatinin und GOT, CRP und BNP keine signifikante Veränderung bewirkt (p<0,05), bei einigen Patienten hämodynamische Parameter, wie den Sechs-Minuten-Gehtest und die NYHA-Klasse zu verbessern vermag und als sinnvolle Ergänzung im Rahmen einer Zweit- oder Drittmedikation in der PAH-Stufentherapie eingesetzt werden könnte.
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