Die Rolle von Laktat produzierenden Milchsäurebakterien bei Kindern mit Kurzdarmsyndrom und D- Laktat Azidose assoziierter Encephalopathie

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Die D- Laktat Azidose assoziierte Encephalopathie ist eine wenig bekannte Komplikation, welche im Rahmen eines Kurzdarmsyndroms auftreten kann. Als Ursache gilt eine Fehlbesiedelung des verkürzten Dünndarmabschnittes mit D- Laktat produzierenden Milchsäurebakterien. Im Vergleich zu dem im Rahmen der Glykolyse anfallenden L- Laktat, hat der menschliche Körper nur wenige Kapazitäten, D- Laktat abzubauen. Das vermehrt anfallende D- Laktat im Darm der Patienten mit Kurzdarmsyndrom führt nach Resorption zu einer Azidose im Blut. Dabei können neurologische Symptome auftreten, die denen eines alkoholisierten Menschen gleichen. Betroffene Patienten leiden unter zeitlich begrenzten und meist selbstlimitierenden Phasen von Apathie, Störungen der Bewegungskoordination, verwaschener Sprache oder Konzentrationsstörungen. Trotz angenommener Überwucherung des Dünndarms mit Milchsäurebakterien bei allen Patienten mit Kurzdarmsyndrom, entwickelt nur ein kleiner Teil der Patienten tatsächlich Symptome einer D- Laktat Azidose assoziierten Encephalopathie. In dieser Arbeit wurde die Rolle verschiedener Milchsäurebakterien bei der Entstehungen einer D- Laktat Azidose assoziierten Encephalopathie bei Kindern mit Kurzdarmsyndrom evaluiert. Dazu wurden von 18 Patienten mit Kurzdarmsyndrom Stuhlproben gesammelt und mittels eines Fragebogens das Auftreten von neurologischen Symptomen festgestellt. Durch Vergleich mit einer Kontrollgruppe mit Kindern ohne Kurzdarmsyndrom wurde gezeigt, dass in den Stuhlproben von Kindern mit Kurzdarmsyndrom tatsächlich häufiger Milchsäurebakterien zu finden waren. Des Weiteren wurde die D- und L- Laktat Produktion der aus den Stuhlproben isolierten Milchsäurebakterien gemessen und die Ergebnisse mit den Angaben im Fragebogen korreliert. Dabei gaben zwei Patienten während der Stuhlprobenabgabe akute Symptome einer D- Laktat Azidose assoziierten Encephalopathie an. Im Stuhl beider Patienten konnte Lactobacillus delbrueckii identifiziert werden, welcher sich in der Laktattestung als potentester D- Laktat Produzent zeigte. Die Ergebnisse wurden mit den bisher in der Fachliteratur veröffentlichten Fallberichten verglichen. Dabei zeigte sich, dass Lactobacillus delbrueckii möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entstehung einer D- Laktat Azidose assoziierten Encephalopathie im Kindesalter spielen könnte. Desweiteren wurden mögliche weitere Risikofaktoren, die das Auftreten einer D- Laktat Azidose assoziierten Encephalopathie im Kindesalter begünstigen können, evaluiert und eine mögliche Vorgehensweise zur Prophylaxe rezidivierender D- Laktat Azidosen im Kindesalter vorgeschlagen.

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