Bedeutung von Lebensqualität und Lebenszeit für herzchirurgische Patienten im Vorfeld der Operation

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Hintergrund und Ziel: Durch den demographischen Wandel mit zunehmend hochalten multimorbiden Patienten sind an das Risiko adaptierte Therapieformen entwickelt worden, deren Effektivität in der Reduktion der Mortalität, weniger im funktionellem Erhalt der Lebensqualität gemessen wird. Auch wenn deren Ausprägung vor und nach kardiochirurgischen oder katheterinterventionellen Verfahren zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Beurteilungen rückt, ist bisher nicht bekannt, wie der wirkliche Wunsch der Patienten hinsichtlich ihres Behandlungserfolges ist und zu werten ist.Ziel dieser Arbeit ist daher die Identifikation des Patientenwunsches hinsichtlich Lebensqualität oder Lebenszeit vor herzchirurgischen Maßnahmen.Material und Methoden: Im Rahmen einer prospektiven multizentrischen explorativen klinischen Studie wurden dafür insgesamt 1022 Patienten, davon 250 Patienten von Mai 2016 bis November 2016 in Gießen, vor einer elektiven Operation am Herzen und vor der Operationsaufklärung, befragt. Die Rekrutierung weiterer Patientenkollektive erfolgte unter der Gesamtverantwortung von Prof. Dr. Andreas Simm aus Halle. Zur Erfassung des Patientenwunsches wurde ein eigens für die Untersuchung entwickelter Fragebogen verwendet. Die Ergebnisse des Fragebogens wurden im Kontext klinischer Daten, insbesondere hinsichtlich Alter, Geschlecht, Art und Schwere der Grunderkrankung und im Kontext der sozialen und geographischen Situation des Patienten bewertet.Ergebnisse: In Gießen würden bis zu 71% der Patienten zugunsten der Lebensqualität auf Lebenszeit verzichten. Diese Präferenz für Lebensqualität ist altersunabhängig. Für Frauen spielt die Lebensqualität eine bedeutendere Rolle als für Männer, unabhängig davon, wo sie leben. Für 60,5% der Patienten des Gesamtkollektives hat die Lebensqualität nach Herzoperation ebenfalls eine größere Bedeutung als die verbleibende Lebenszeit. Im Gegensatz zu Gießen würde sich die Mehrheit der Patienten in Halle, besonders die jungen und mittelalten, für eine Lebenszeitverlängerung entscheiden.Schlussfolgerung: Dem überwiegenden Wunsch nach Bewahrung oder Verbesserung der Lebensqualität durch herzchirurgische Maßnahmen kann heute durch weniger traumatisierende Therapiemöglichkeiten entsprochen werden. Besonders bei Frauen und bei älteren Patienten sollte sich die zukünftige Aufklärungspraxis auch an der hohen Wertigkeit der Lebensqualität, weniger ausschließlich an der Verlängerung des Lebens, orientieren.

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