Untersuchung zum Nutzen der abdominellen Kontrollsonographie bei traumatisierten Patienten mit fehlendem computertomographischem Nachweis einer abdominellen Organläsion
Die Ganzkörper-Computertomographie ist auf Grund der hohen Sensitivität und Spezifität der Goldstandard der Initialdiagnostik traumatisierter Patienten. Nach der Primärversorgung traumatisierter Patienten sollte ein Tertiary Trauma Survey mit Einsatz einer abdominellen Kontrollsonographie erfolgen. Ziel der vorliegenden Studie war es den Nutzen der abdominellen Kontrollsonographie bei traumatisierten Patienten mit fehlendem computertomografischem Nachweis einer abdominellen Organläsion zu untersuchen.Hierfür wurden retrospektiv die Daten aller Traumapatienten, die zwischen 2008 und 2011 in den Schockraum des UKGM Gießen eingeliefert wurden, gesichtet. In die Studie eingeschlossen wurden alle erwachsenen Patienten ohne freie Flüssigkeit oder detektierte Organläsion im initialen WBCT, denen ein adäquat dokumentierter Befund der abdominellen Kontrollsonographie zugeordnet werden konnte.Entsprechend den Einschlusskriterien wurden 316 Patienten analysiert (ISS 10±8, NISS 13±11). Die abdominelle Kontrollsonographie zeigte nur bei drei Patienten geringe Mengen an freier intraabdomineller Flüssigkeiten, welche ohne therapeutische Konsequenz blieben. Kein Patient verstarb durch eine intraabdominelle Blutung.Die vorliegende Untersuchung konnte keinen diagnostischen Zugewinn oder therapeutische Konsequenzen durch die routinemäßige Durchführung der abdominellen Kontrollsonographie bei Patienten des Studienkollektivs zeigen. Folglich erscheint eine routinemäßige Anwendung dieses diagnostischen Tools bei Patienten ohne klinischen oder laborchemischen Hinweis auf eine intraabdominelle Verletzung diskutabel. Prospektive Kohortenstudien mit einer ausreichenden Fallzahl sind notwendig, um den Nutzen der routinemäßigen abdominellen Kontrollsonographie nach initial erfolgen WBCT zu untersuchen.
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