Testangst und deren Zusammenhang mit Testleistung: Effekte von Messzeitpunkt, Instruktion und funktionaler Bewertung der Angst

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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem negativen Zusammenhang von Testängstlichkeit (als trait) und Testangst (als state) mit Leistungen in Prüfungen und Tests. Drei in diesem Forschungsfeld bislang offene Fragen wurden behandelt.Studie 1 basierte auf Befunden, dass Testängstlichkeit bzw. -angst stärker mit Leistung korreliert, wenn sie nicht vor, sondern nach einem Test erfasst wird. In einem Online-Experiment wurden N = 152 Studierende vor und nach einem Intelligenztest nach ihrer Testangst befragt. Die subjektive Leistung mediierte den Effekt der objektiven Leistung auf die nach dem Test berichtete Testangst. Die Ergebnisse legen nahe, dass Testangst womöglich eine Folge von (subjektiv schlechter) Leistung ist. Die objektive Leistung hatte jedoch auch einen direkten Effekt auf Testangst, was Raum lässt für die alternative Interpretation (Testangst verursacht Leistungseinbußen).Studie 2 basierte auf der Frage, inwiefern Testangst den Effekt des stereotype threat (STT) erklären kann. Einer Stichprobe von N = 168 männlichen und weiblichen Schülern wurde in einem Experiment ein numerischer Intelligenztest mit einer von drei verschiedenen Testinstruktionen vorgelegt. Durch diese Testinstruktionen sollte der STT und die evaluative Testatmosphäre manipuliert werden. Zwar zeigten sich Geschlechtsunterschiede in der Leistung in Abhängigkeit der Bedingungen, jedoch konnten diese entgegen der Erwartung nicht durch Testangst erklärt werden.Studie 3 befasste sich mit leistungsförderlichen Effekten von Testangst ( anxiety motivation ). Eine studentische Stichprobe (N = 496) bearbeitete in einem Experiment einen Intelligenztest. Eine reappraisal-Manipulation sollte eine leistungsförderliche Bewertung von Angst induzieren. In der Treatmentgruppe zeigte sich erwartungsgemäß eine schwächere Korrelation von Testangst und Testleistung als in der Kontrollgruppe, die weiteren Befunde stützten jedoch die Wirksamkeit der Manipulation nicht. Die Ergebnisse liefern darüber hinaus Hinweise, dass der negative Zusammenhang von Testängstlichkeit bzw. Testangst und Leistungskriterien durch anxiety motivation moderiert wird je eher Testängstlichkeit bzw. Testangst als förderlich empfunden wurde, desto schwächer war deren negativer Effekt.Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich zukünftige Forschung stärker damit befassen sollte, wann und wie Testangst erfasst wird. Zudem sollte genauer untersucht werden, welche gewollten und ungewollten Effekte einzelne Elemente von Testinstruktionen nach sich ziehen. Außerdem sprechen die Ergebnisse dafür, dass die (motivierende) Bewertung von Testangst stärker berücksichtigt und getrennt vom bloßen Erleben von Testangst analysiert werden sollte.

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