Licht- und Transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen an Pulpaersatzgeweben bei cavumeröffneten Milchzähnen
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Zusammenfassung
· Pulpaexponation durch Trauma oder Karies kann zur Bildung von Pulpapolypen oder Pulpaersatzgeweben Pseudopolypen führen. Ziel unserer Studie war es, die histopathologischen Veränderungen des pulpalen Gewebes nach Pulpaexponation bei kariös und traumatisch pulpaexponierten Zähnen zu vergleichen. · Milchzähne von 28 Kindern im Alter von zwei bis 9 ¾ Jahren, die klinisch Weichgewebe in der eröffneten Pulpakammer zeigten, wurden nach ihrer Extraktion histologisch in vier Gewebeabschnitten (Pulpakammer, koronales-, mittleres- und apikales Wurzeldrittel) untersucht. Die lichtmikroskopische Untersuchung erfasste alle 33 Zähne, zusätzlich wurden 11 Zähne transmissionelektronenmikroskopisch überprüft. Im Einzelnen interessierten die Ausbreitung und Intensität der entzündlichen Reaktionen, der Erhalt des Odontoblastensaumes, das Vorkommen von Nervenfaserbündeln und die regressiven Veränderungen der Pulpa. Des Weiteren wurden die ultrastrukturellen Veränderungen der Polypenoberfläche, der noch vorhandenen Odontoblasten und der Nervenfasern erfasst. · Die Ausbreitung und Intensität der entzündlichen Infiltrationen wurden anhand einer von uns entwickelten Cut- Methode überprüft und mit Hilfe des Wilcoxon-Tests statistisch beurteilt. · Es ließen sich 26 Zähne der Gruppe der Pulpapolypen und 7 der Gruppe der Pseudopolypen zuordnen. Während alle 11 traumatisch pulpaexponierten Zähne Pulpapolypen aufwiesen, handelte es sich bei den kariös eröffneten Zähnen um 15 Pulpapolypen und 7 Pseudopolyen. Die Oberfläche der Pulpapolypen war nur in 3 von 26 Fällen epithelisiert. Die entzündlichen Reaktionen nahmen von der Pulpakammer in Richtung des apikalen Wurzeldrittels ab. Statistisch ergaben sich keine signifikanten Unterschiede (p> 0,5) zwischen den entzündlichen Reaktionen der Trauma- und Kariesgruppe. In der Trauma-Gruppe wiesen jedoch 36% (n=4) der Zähne nur vereinzelte bzw. keine Entzündungszellen in der radikulären Pulpa auf (Cut= 1). Darüber hinaus bestand keine Korrelation zwischen dem Zeitabstand Trauma/Extraktion des Zahnes und der Ausbreitung der entzündlichen Infiltrationen. · Ein vollständiger Odontoblastensaum zeigte sich lichtmikroskopisch häufiger bei traumatisch pulpaexponierten Zähnen. Er ließ sich bei 5 von 11 traumatisierten und lediglich bei 2 von 15 kariösen Zähnen erkennen. Die noch erhaltenen vereinzelten Odontoblasten wiesen ultrastrukturell mehr degenerative Veränderungen auf als die noch im partiellen oder vollständigen Saum befindlichen. · Bei allen Zähnen mit Pulpapolypen wurden Nervenfasern festgestellt, dagegen nur in einem von 7 Zähnen mit Pseudopolypen. In den Axonen befanden sich häufig Myelinfiguren. Seltener waren in den nervalen Geweben starke degenerative Veränderungen zu sehen. · Bei allen 22 Zähnen der Kariesgruppe, jedoch bei keinem der Trauma-Gruppe, ließen sich Verkalkungen an den inneren Dentinwänden der Pulpahöhle erkennen. In 30% aller Fälle waren auch Dentikel nachweisbar. In 54% (n= 14) der Zähne mit Pulpapolypen fanden sich Bakterien in der Pulpakammer, jedoch nicht im Wurzelkanal. · Bei den 7 Zähnen mit Pulpaersatzgewebe ( Pseudopolypen ) ließen sich keine Odontoblasten mehr nachweisen. In fünf dieser Fälle bestand jedoch Epithelwachstum an der Oberfläche und in vier Fällen auch entlang der Pulpahöhlenwänden. Die Graduierung der Entzündungssymptome ließ keine Unterschiede zwischen Pulpakammer und Wurzelkanälen erkennen. Bei allen Zähnen mit Pseudopolypen fanden sich Bakterien sowohl in der Pulpakammer als auch im Wurzelkanal. · Aus den Ergebnissen lässt sich folgern, dass bei 36% (n=4) der Zähne mit traumatischer Pulpaexponation die Kooperation des Kindes vorausgesetzt- theoretisch noch eine Pulpotomie-Behandlug hätte versucht werden können. Bei kariös pulpaexponierten Zähnen ließ sich jedoch generell die Indikation zur Pulpektomie oder Extraktion bestätigen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2006
