Stellenwert einer systematischen Osteoporose-Diagnostik und -Therapie mit Verlaufskontrolle bei unfallchirurgischen Patienten nach Niedrigenergietrauma

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Die Osteoporose zählt zu den wichtigsten Volkskrankheiten und verzeichnet aufgrund demographischer Veränderungen eine steigende Prävalenz.Obwohl Diagnostik und Therapie der Osteoporose etabliert sind, wird nur ein geringer Anteil von potentiell an Osteoporose erkrankten Patienten entsprechend untersucht und behandelt. Gerade im unfallchirurgischen und orthopädischen Bereich wird die Osteoporose als potentielle Ursache einer Fraktur bei älteren Patienten unterschätzt. Ziel dieser Arbeit war die Beantwortung der Frage, wie sinnvoll eine Osteoporose-Diagnostik bei unfallchirurgischen Patienten mit entsprechendem Risikoprofil und Osteoporose-typischen Frakturen im stationären unfallchirurgischen Setting erscheint und wie erfolgversprechend eine auf diesem Wege begonnene Therapie bezüglich Compliance, Prophylaxe erneuter Frakturen sowie Erhaltung von Lebensqualität der Patienten ist.Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren wurden bei männlichen und weiblichen unfallchirurgischen Patienten =50 Jahre mit Osteoporose-typischen Frakturlokalisationen (proximaler Femur, Wirbelkörper, distaler Radius und proximaler Humerus) nach Niedrigenergietrauma Knochendichtemessungen durchgeführt. Parallel erfolgte die Erfassung von Risikofaktoren sowie Abklärung einer sekundären Osteoporose mittels laborchemischer Untersuchungen.Mindestens 127 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien, davon konnten 113 untersucht werden. Bei den 82 Frauen und 31 Männern lagen zu 60% Wirbelkörperfrakturen, 34% Frakturen des proximalen Femurs und 6% distale Radius- und proximale Humerusfrakturen vor. Häufigste Risikofaktoren und klinische Hinweise für eine Osteoporose waren Rückenschmerzen, eine positive Sturz- und Frakturanamnese sowie eine Abnahme der Körpergröße während Untergewicht, Immobilität und eine regelmäßige Kortisol-Medikation nur selten vorlagen.79 Patienten hatten eine Osteoporose, 32 eine Osteopenie, und lediglich 2 Patienten eine normale Knochendichte. Bei 20 Patienten bestand der Verdacht auf eine sekundäre Osteoporose. Rund 81% von 109 Patienten hatten einen erniedrigten Vitamin D-Spiegel. Bei den 111 erkrankten Patienten wurde eine leitliniengerechte medikamentöse Osteoporosetherapie eingeleitet.Mindestens ein Jahr nach der Erstuntersuchung wurden die im ersten Jahr der Untersuchung aufgenommenen Patienten zu einer Verlaufsuntersuchung eingeladen. Von 68% dieser 71 Patienten erhielten wir eine zum Teil unvollständige Rückmeldung über ausgefüllte Fragebögen, 26 Patienten erschienen zur klinischen Kontrolle. 25/44 Patienten gaben an, die verordneten Osteoporose-Medikamente regelmäßig eingenommen zu haben und in 27/37 Fällen wurden die in der Klinik verordneten Medikamente durch den Hausarzt weiter verordnet. 8/44 Patienten hatten zwischenzeitlich eine erneute Fraktur erlitten, wobei hier Patienten mit proximaler Femurfraktur am häufigsten betroffen waren. Ein erneuter Sturz war bei 3 Patienten die Ursache der Fraktur. Im Gegensatz zur initialen Befragung gaben nun 17/39 Befragten eine eingeschränkte Mobilität an. Zwar schätzten 21/36 Patienten ihre Lebensqualität zum Zeitpunkt der Verlaufsuntersuchung als gut oder zufriedenstellend ein, im Vergleich zu vor dem Frakturereignis jedoch als leicht oder viel schlechter (20/35).Wir konnten zeigen, dass bei Vorliegen von Osteoporose-typischen Frakturlokalisationen nach Niedrigenergietrauma bei älteren unfallchirurgischen Patienten die rasche Initiierung einer Osteoporose-Diagnostik noch während des stationären Aufenthaltes sinnvoll und durchführbar ist. Bei nur mäßiger Compliance sind eine umfassende Aufklärung der Patienten, die Einleitung und Überwachung der Fortführung einer medikamentösen Therapie sowie regelmäßige und engmaschige Verlaufskontrollen unter Einbeziehung des Hausarztes empfehlenswert.

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