Untersuchung prätherapeutischer Zytokinspiegel bei Kindern mit anaplastisch-großzelligem Lymphom

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Das anaplastisch-großzellige Lymphom (ALCL) macht etwa 15 % der kindlichen Non- Hodgkin-Lymphome aus und hat unter Behandlung eine Rezidivrate von ca. 30 %. Es wurden verschiedene Risikofaktoren für ein Rezidiv identifiziert, unter anderem der his- tologische Typ, die minimale systemische Erkrankung und die Stärke des anti-ALK-Au- toantikörpertiters. Die Immunreaktion gegen ALK ist in Hinblick auf zukünftige Therapien von großem Interesse.In vorliegender Arbeit wurden die Fragen untersucht, welche Zytokine als Mediatoren des Immunsystems im peripheren Blut bei unbehandelten ALCL-Patienten erhöht sind, ob sich diese von anderen Tumorentitäten unterscheiden und ob ein Zusammenhang zwischen einzelnen oder einer Kombination mehrerer Zytokine einerseits und klinischen, biologischen oder histologischen Merkmalen sowie dem Rezidivrisiko anderseits be- steht. Außerdem wurde untersucht, ob eine spezifische T-Helferzellklasse an der Im- munantwort beteiligt ist.Es wurden bei 119 neudiagnostizierten ALCL-Patienten Spiegel von 24 verschiedenen Zytokinen und löslichen Faktoren aus peripherem Blut, das vor Beginn der Therapie ge- wonnen wurde, mittels eines Partikel-Immunoassays bestimmt. Die Patienten wurden nach dem NHL-BFM-95- und ALCL 99-Protokoll einheitlich behandelt. Als Vergleichs- gruppe wurde bei 15 Patienten eine Messung an Blut, das vor dem letzten Chemothera- piekurs entnommen wurde, durchgeführt. Als weitere Gruppe wurden Zytokinmessun- gen bei Patienten mit einem neudiagnostiziertem B-NHL durchgeführt.Die Spiegel der Zytokine IL-6, IL-9, IL-10, IL-17a, IFN-gamma und TNF-alpha lagen bei ALCL- Patienten über denen der Kontrollgruppen. Auch die löslichen Faktoren sIL-2R, sCD30, HGF und MCP-1 lagen erhöht vor. Die erhöhten Zytokinspiegel normalisierten sich bei den Patienten vor dem letzten Chemotherapiezyklus, mit der Ausnahme von IL-23, das bei diesen Patienten in höheren Konzentrationen vorlag. Höhere Spiegel von IL-6, IL-10, IL-17a, IFN-gamma, HGF und sIL-2R waren mit einem schlechteren Allgemeinzustand, einem höheren Stadium, B-Symptomen, minimaler systemischer Erkrankung und einer schlechteren Prognose der Patienten verbunden. Ein Zusammenhang mit der Höhe des anti-ALK-Titers zeigte sich für die Spiegel von IL-6, IL-23, IFN-gamma, IP-10 und sIL-2R. Vorliegende Ergebnisse zeigen erstmals an einer großen ALCL-Patientengruppe den Zusammenhang verschiedener, vor allem pro-inflammatorischer, Zytokine mit klinischen Risikofaktoren und dem Rezidivrisiko. Eine Zuordnung von Patientengruppen zu spezi- fischen T-Helferzellklassen ist nicht eindeutig möglich.

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