Prospektiv randomisierte multizentrische Studie zur Therapieoptimierung (Primärtherapie) fortgeschrittener progredienter niedrigmaligner Non-Hodgkin-Lymphome (NHL7-Studie) mit der Entität Lymphoplasmozytisches Lymphom/ Morbus Waldenström : Bendamustin-Rituximab plus Nachbeobachtung oder 2 Jahre Rituximab-Erhaltungstherapie
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Beim Morbus Waldenström (MW), syn. Makroglobulinämie Waldenström, handelt es sich um eine chronisch indolente B-Zell-lymphoproliferative Erkrankung, die nach den WHO-Kriterien dem lymphoplasmozytischem Lymphom (LPL) untergeordnet ist. Zwar sind zahlreiche Therapieansätze für die Behandlung des MW etabliert, jedoch existiert bislang keine evidenzbasierte Standardtherapie. Vielmehr wird die Strategie individuell, d.h. in Abhängigkeit vom Allgemeinstatus und vom klinischen Bild des jeweiligen Patienten festgelegt. Kürzlich publizierte Daten weisen darauf hin, dass unter Bendamustin-Rituximab (B-R)-Kombinationstherapie beeindruckende Ansprechraten erzielt werden können. Im Rahmen der hier vorliegenden Studie sollte evaluiert werden, ob eine Rituximab-Erhaltungstherapie nach intialer Therapie mit B-R den Langzeitverlauf von MW/LPL Patienten positiv zu beeinflussen vermag. Eingeschleust wurden insgesamt 110 zuvor unbehandelte Patienten, die nach einer initialen Therapie mit B-R (6 Zyklen B-R+2 Zyklen R als Induktionstherapie) anschließend entweder einer Rituximab-Erhaltungstherapie (Erhaltungsarm, n=44) oder einer therapiefreien Nachbeobachtung (Nachbeobachtungsarm, n=39) über einen Zeitraum von 2 Jahren unterzogen wurden. Vor, während (Restaging) und bei Abschluss der Induktionstherapie Abschluss-Staging) wurden klinische und diagnostische Parameter ermittelt. Ergebnisse in der Induktionsphase: Am Ende der Induktionstherapie befanden sich 93 Patienten (84,5%) in Remission, von diesen wurden 83 Patienten (89,2%) in die beiden Vergleichsarme randomisiert. Der mediane Hb-Wert erhöhte sich von 10,1 g/dl (initial) bis zum Restaging statistisch signifikant um 18,8% auf 12,0 g/dl, IgG- und IgA-Serumspiegel erniedrigten sich signifikant von 7,1 g/l auf 5,6 g/l (-21,6%) bzw. von 0,75 g/l auf 0,50 g/l (-33,3%). Das mediane IgM lag in der Erstuntersuchung bei 23,8 g/l und ist bis zum Restaging signifikant auf 8,6 g/l gesunken. Ein initialer IgM-Flare trat bei 9 Patienten (9,2%) auf. Nicht-hämatologische, nicht infektiöse AEs wurden 217 Mal registriert. Betroffen waren 67% Patienten. SAEs traten bei 39% auf. Von leicht bis mittelgradigen Infektionen (Grad1+2) mindestens einmal betroffen waren 42 Patienten (38,2%), als SAE gemeldet wurden weitere 15 (13,6%). Zu einer SAE-Meldung mit Todesfolge kam es während der Induktion bei 5 Patienten. Diese starben überwiegend an infektiösen Komplikationen. Ergebnisse ab Randomisation: Die medianen IgG-Spiegel sanken in beiden Patientengruppen dezent, jedoch im Zeitverlauf nicht signifikant unterschiedlich ab (-9,4% Erhaltungsarm; -8,1% Nachbeobachtungsarm). Umgekehrt erhöhten sich die IgA-Werte moderat, jedoch nicht signifikant unterschiedlich zwischen den beiden Patientengruppen (+4,2% Erhaltungsarm; +8,3% Nachbeobachtungsarm). Die medianen IgM-Startwerte betrugen 5,3 g/l im Erhaltungsarm, 3,3 g/l im Nachbeobachtungsarm. Im Vergleich zum jeweiligen Ausgangswert beider Patientengruppen errechnete sich 2 Jahre nach Randomisation eine statistisch signifikante Reduktion des IgM-Spiegels um 72% im Erhaltungsarm versus 27% im Nachbeobachtungsarm. Nicht-hämatologische, nicht infektiöse AEs traten im Erhaltungsarm signifikant häufiger auf als im Nachbeobachtungsarm. Ebenso wurden hämatotoxische Ereignisse (Leukozytopenie Grad 1 und 2; Granulozytopenie, Anämie, jeweils Grad 3 und 4) signifikant öfter im Erhaltungsarm dokumentiert. Bezüglich Infektionen (einschließlich als SAE) ergaben sich zwischen beiden Gruppen signifikante Differenzen (Erhaltung>Nachbeobachtung). Zweitmalignome wurden bei einem (Nachbeobachtungsarm) versus vier Patienten (Erhaltungsarm) aufgezeichnet. Die Differenzen zwischen den randomisierten Gruppen waren hier ebenfalls nicht signifikant. Insgesamt lässt sich die aufgestellte Arbeitshypothese nicht bestätigen. Eine Rituximab-Erhaltungstherapie nach intialer Therapie mit B-R ist einer therapiefreien Nachbeobachtung nicht überlegen. Gegen eine Erhaltungstherapie sprechen die signifikant häufiger auftretenden unerwünschten Nebenwirkungen, insbesondere die signifikant häufigeren Hämatotoxizitäten. Für Rituximab spricht, dass die mediane Remissionsdauer im Erhaltungsarm im Vergleich zur Nachbeobachtung noch nicht erreicht war. Für eine abschließende Bewertung der Behandlungskonzepte wäre es daher sinnvoll, ein (größeres) Patientenkollektiv über einen längeren Zeitraum hinweg vergleichend zu analysieren.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
