Keratinozytenwachstumsfaktor reduziert das alveoläre Ödem in isogenen Lungentransplantaten der Ratte

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Der Schaden durch die transplantationsassoziierte Ischämie & Reperfusion (I&R) stellt einen bekannten Auslöser der Lungeninsuffizienz ( primary lung graft dysfunction ) in den ersten 72 h nach Lungentransplantation (LTx) dar. Zahlreiche tierexperimentelle Modelle der akuten Lungenschädigung, denen eine Vorbehandlung mit Keratinozytenwachstumsfaktor (KGF) gemeinsam war, belegten bereits mehrfach den pulmonal-protektiven Effekt von KGF.Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit war es zu prüfen, ob im Zuge einer isogenen LTx eine lokale Vorbehandlung des Spenders mit dem rekombinanten humanen DeltaN23-trunkierten KGF (rHuDeltaN23-KGF, Palifermin) in der Lage ist, das I&R-assoziierte Alveolarödem zu reduzieren.Zur Durchführung der isogenen orthotopen linksseitigen LTx wurden männliche Lewis-Inzuchtratten eingesetzt. Die Behandlung der Transplantatspender mit rHuDeltaN23-KGF (5 mg/kg KG; n=6) erfolgte via intratracheale Instillation und fand an den Tagen 3 und 2 vor der geplanten LTx statt. Bei den Spendertieren der Kontrollgruppe (n=7) führte man die Behandlung mit äquivalenten Volumina der PBS-Lösung ( phosphate buffered saline ) durch. Die Entnahme der Lungen für die geplanten Untersuchungen erfolgte am Tag 1 nach der LTx. Durch die intravasale Perfusionsfixierung blieben die Alveolarräume unbeeinträchtigt. Die quantitative lichtmikroskopische Analyse des alveolären Ödems erfolgte mit Hilfe der design-based Stereologie unter Einsatz von systematic uniform random sampling (SURS).Die mit rHuDeltaN23-KGF behandelten Lungentransplantate (KGF tx) zeigten eine deutliche Hyperplasie der Alveolarepithelzellen Typ II. Dieser Befund belegt, dass das Behandlungskonzept in Form der intratrachealen Instillation technisch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Die Volumendichte des alveolären Ödems in seinem Referenzraum PARENCHYMA Vv(alv. edema, PAR) betrug in den mit PBS behandelten Lungentransplantaten (PBS tx) 3,4±1,1%* versus 1,6±0,8%* in den KGF tx (p=0,005). Das massenspezifische Volumen des alveolären Ödems MSV(alv. edema) betrug in den PBS tx 0,32±0,11* [mm3/g KG] versus 0,18±0,10* [mm3/g KG] in den KGF tx (p=0,035).Damit wurde gezeigt, dass die intratracheale Vorbehandlung des Spenders mit rHuDeltaN23-KGF das I&R-assoziierte Alveolarödem im Lungentransplantat signifikant reduziert. Eine naheliegende Erklärungsmöglichkeit wie der pulmonal-protektive Effekt von KGF vermittelt wird, besteht am ehesten in der durch rHuDeltaN23-KGF verbesserten Homöostase des Surfactantsystems.Eine intratracheale Vorbehandlung des Spenders mit KGF könnte insbesondere im Kontext der Lobar-Lebendspende ( living donor lobar lung transplantation , LDLLT) eine viel versprechende Strategie der Prävention des I&R-assoziierten Alveolarödems liefern. Bei LDLLT würde nicht nur der Empfänger, sondern auch der Spender profitieren, da exogener KGF in Tierexperimenten das kompensatorische Lungenwachstum nach einer Pneumon-ektomie fördert. Auf Grund der Untersuchungen von Hirschburger et al. (2009) zur allogenen LTx bei der Ratte, die keinen Vorteil einer Spenderbehandlung mit rHuDeltaN23-KGF zeigten, ist diese Anwendung jedoch in Frage gestellt, da eine LDLLT immer eine allogene Transplantation ist.Sofern es sich nicht um den Einsatz im Rahmen einer allogenen LTx handelt, wäre es möglich, dass KGF die Überlebenschancen der Patienten mit akuter Lungenschädigung verbessert. Auch bei Operationen unter Verwendung des kardio-pulmonalen Bypasses, die einen I&R-Schaden der Lungen unweigerlich zur Folge haben, könnte die pulmonalprotektive Wirkung von KGF genutzt werden.* Mittelwert ± Standardabweichung

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