Myeloperoxidase ist ein Enzym, welches von polymorphkernigen Granulozyten produziert und sezerniert wird. Es steht im Verdacht, an der Entstehung der koronaren Herzerkrankung, sowie an Prozessen, die zur Plaqueinstabilität und Plaqueruptur führen, maßgeblich beteiligt zu sein. In retropektiven Analysen konnte für Patienten mit gesichertem Myokardinfarkt und erhöhten Myeloperoxidase-Plasmaspiegeln eine schlechtere Prognose gezeigt werden. Die vorliegende Studie untersuchte die prognostische Bedeutung der Myeloperoxidase bei Patienten mit Verdacht auf das Vorliegen eines akuten Koronarsyndroms. Es wurden 917 Patienten in die Studie eingeschlossen, die sich bei Aufnahme und am Folgetag einer BE unterzogen. Gleichzeitig wurden Risikofaktoren, klinische Parameter und das Ergebniss der Koronarangiographie mittels standartisierten Erhebungsbögen erfaßt. In der Folge erfaßten wir die Mortaliät der Patienten und das Auftreten neuerlicher kardialer Ischämien innerhalb der nächsten 6 Monate. Es zeigte sich, dass Patienten mit am Folgetag nach Koronarangiographie erhöhten MPO-Plasmaspiegel eine erhöhte Mortalität, sowie ein erhöhtes Risiko für kardiale Ischämien innerhalb des Beobachtungszeitraumes aufwiesen. Weiterhin zeigte sich MPO in der Multivarianzanlayse als unabhängiger Marker. Die bei Aufnahme gemessenen MPO-Plasmaspiegel hatten jedoch keine prognostische Signifikanz. Dies könnte darauf hindeuten, dass die präklinische, intravenöse Gabe von Heparin zu einer Erhöhung des MPO-Spiegels bei nicht kardial erkrankten Patienten geführt haben könnte. Somit zeigt sich MPO als wichtiger Parameter zur Risikostratifizierung beim akuten Koronarsyndrom. Die Kombination von MPO mit etablierten kardialen Markern und Risikoscores könnte zukünftig helfen, eine bedarfsadaptierte Versorgung der Patienten mit Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom zu ermöglichen. Dadurch könnte eine Optimierung der medikamentösen- und interventionellen Therapie erreicht werden.
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