Präoperative Diagnostik und operative Behandlung der erworbenen Trochlearisparese

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Bei zyklovertikalen Schielformen kann sich der fusionale Vergenztonus adaptiv verändern.Eine monokulare Okklusion unterbricht die binokulare Sensorik und hebt die Notwendigkeitfusionaler Vergenz auf, wodurch das genuine Profil der zugrunde liegenden Störunghervortreten soll, was diagnostisch und dosimetrisch relevant ist. Um den Effekt derdiagnostischen Okklusion auf das Motilitätsmuster bei einseitiger Trochlearisparese zuuntersuchen, wurden aus dem operativen Krankengut der Universitätsaugenklinik fürSchielbehandlung und Neuroophthalmologie Gießen 51 Patienten im Alter von sechs bis 78Jahren anhand der Operationsdokumentationen ausgesucht. Bei diesen Patienten wurden vorund unmittelbar nach einer dreitägigen diagnostischen Okklusion die subjektiv lokalisiertenSchielwinkel an der Tangentenskala nach Harms in 2,5 m Distanz mit einem Dunkelrotglasvor dem nichtparetischen Auge gemessen. Statistisch ausgewertet wurden unter anderem dieVertikal- und Zyklodeviation in Primärposition, bei 25° Abduktion des nichtparetischenAuges (in Adduktion des paretischen Auges) und bei 25° Abblick. Unter Okklusion zeigtesich eine statistisch signifikante Zunahme der Zyklodeviation, die mit 1° im Median geringwar, bei großer Variabilität. Die Abnahme der Vertikaldeviation war lediglich im Abblicksignifikant. Die Auswertung zeigt, dass eine diagnostische Okklusion bei erworbenerTrochlearisparese oft, aber nicht regelmäßig zu einer Abnahme der Vertikal- und einerZunahme der Exzyklodeviation führt.Zur operativen Behandlung der Trochlearisparese hat sich bisher keine einheitlicheVorgehensweise durchgesetzt. In dieser Studie wurden daher die Effekte der alleinigenRücklagerung des M. obliquus inferior (OIR), der alleinigen Faltung des M. obliquus superior(OSF) und einer Kombination dieser beiden Operationsverfahren (KOP) untersucht, indemdie Schielwinkel der unterschiedlich operierten Patienten prä- und drei Monate postoperativan der Tangentenskala nach Harms gemessen und statistisch ausgewertet wurden. Hierzuwurden weitere 19 Patienten aus dem Zentrum für Augenheilkunde des UniversitätsklinikumsEssen rekrutiert, die nach denselben Kriterien ausgesucht worden waren und eine OSFerhalten hatten. Das Kopfneigephänomen und die Zyklovertikaldeviationen wurden durch dieKOP stärker reduziert als durch die OIR oder die OSF allein. Besonders im unterenBlickbereich hinterließen die OIR und die OSF größere Restschielwinkel als die KOP. Derstärkere Effekt der KOP in den horizontalen und unteren Blickrichtungen ging im Aufblickmit einem Brown-Syndrom einher.

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