Chronische Pankreatitis und Diabetes mellitus : Untersuchungen zu Autoimmunphänomenen im Hinblick auf eine gemeinsame Pathogenese

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In der vorliegenden Arbeit wurde die Prävalenz sowohl gegen endokrines als auch gegen exokrines Pankreasgewebe gerichteter Autoimmunantikörper bei Patienten mit einer chronischen Pankreatitis mit und ohne Manifestation eines Diabetes mellitus, bei Patienten mit verschiedenen Diabetesformen und Kontrollpersonen untersucht. Ziel der Untersuchung war herauszufinden, ob es ein kombiniertes Auftreten pankreatischer endokriner und exokriner Antikörper bei Patienten mit einer chronischen Pankreatitis gibt, welches hinweisend ist für eine immunologische Antwort sowohl gegen exokrines als auch gegen endokrines Pankreasgewebe, hervorgerufen durch eine exokrine Inflammation des Pankreas. Analysiert wurden jeweils Seren von 48 Patienten mit CP, 48 Patienten mit Dm1, 48 Patienten mit Dm2 sowie von 28 Kontrollpersonen. Untersucht wurde auf Inselzell- Antikörper (ICA-Ak) mittels indirektem Immunfluoreszenz-Verfahren, Glutamat Decarboxylase 65 Antikörper (GAD-Ak) und Tyrosin-Phosphatase IA2-Antikörper (IA2-Ak) mittels Radioliganden-Assay, allesamt Autoimmunantikörper, deren korrespondierende Antigene in den Insellzellen des Pankreas zu finden sind und als immunologischer Marker im autoimmunen Diabetes ihre Anwendung finden. Zudem wurde nach karbonische Anhydrase II-Antikörpern (CAII-Ak) und Lactoferrin-Antikörpern (LAC-Ak) mittels ELISA gesucht. Diese Antikörper gelten als immunologische Marker bei exokriner Autoimmunität. Die Ergebnisse der Analysen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Ein kombiniertes Auftreten hinsichtlich der untersuchten Antikörper gegen endokrines und exokrines Pankreas konnte in dem Kollektiv der Patienten mit einer CP nicht gefunden werden. Die Hypothese, dass eine Inflammation des exokrinen Pankreas eine immunologische Antwort gegen exokrines und endokrines Pankreasgewebe auslöst, konnte somit nicht bestätigt werden (Tabelle 19). Darüber hinaus ließ sich keine Spezifität für das Auftreten von CAII- und LAC-Ak (p=0,5970 bzw. 0,6911) innerhalb der einzelnen Kollektive nachweisen. Besteht neben einer exokrinen Insuffizienz bei CP der Verdacht auf eine endokrine Störung, so scheint gemäß der Interpretation dieser Studienergebnisse eine Bestimmung von ICA- und GAD-Ak als durchaus empfehlenswert, zumal deren Titerhöhe eine Aussage über eine Manifestation eines Dm1 erlaubt. Interessanterweise konnte in dieser Studie eine signifikante Korrelation zwischen der Höhe der ermittelten Titer zwischen ICA-Ak und CAII-Ak sowie CAII-Ak und LAC-Ak innerhalb aller Patienten (Gesamtkollektiv) nachgewiesen werden (p=0,0016 bzw. 0,001). Die enge Korrelation zwischen ICA-Ak und CAII-Ak, die bisher in der Literatur nicht beschrieben wurde, lässt eine gemeinsame Beteiligung autoimmuner Prozesse sowohl gegen exokrines als auch gegen endokrines Pankreas in der Pathogenese des Typ 1 Diabetes mellitus vermuten.

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