Angststörung und Somatoforme Störung : Untersuchung zum Hauterleben und dessen Bedeutung für das Erleben und die Gestaltung von Nähe und Kontakt. Unterschiede in der Bindung, Alexithymie, Angst und Depression

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Mit der vorgelegten Studie werden die Bedeutung des Hauterlebens und der Umgang mit der Haut im sozialen Kontakt bei Patienten mit einer Angsterkrankung bzw. Somatoformen Störung untersucht. Die tiefenpsychologische Fundierung der Untersuchung sollte der Vorstellung Rechung tragen, dass die Grundlagen für ein Kontakt- und Bindungsverhalten, neben somatischen Einflüssen, durch die Entwicklung des Individuums gelegt werden. Der Verfasser referiert die in diesem Zusammenhang zentrale Bedeutung der Haut und die Entwicklung eines Haut-Ich. Relevante tiefenpsychologische Ansätze werden ausgeführt. Untersucht wurden 101 Patienten 54 Frauen und 47 Männer mit einer Angststörung (F.41.0, F 41.1, F 41.2) bzw. mit einer Somatoformen Störung (F 45.0, F45.4) zu Beginn ihrer stationären Behandlung in einer Rehabilitationsklinik für Psychosomatik, Innere und Physikalische Medizin. Die Untersuchung erfüllte die demographischen Standards. Die Daten für die Untersuchung wurden mit Hilfe von Tests erhoben (Fragebogen zur Hautzufriedenheit / HautZuf zur Erfassung der Zufriedenheit und des Umgangs mit der eigenen Haut bei Gesunden und Kranken; Hospital Anxiety and Depression Scale/ Deutsche Version / HADS-D, Gießen-Test / GT-S, Toronto-Alexithymie-Skala-26 / TAS-26, Adult Attachment Scale /AAS, Symptom-Checkliste / SCL-K9 zur Überprüfung einer klinisch relevanten Depression oder Angst, zur Erfassung von Persönlichkeitsvariablen, zur Erfassung einer klinisch relevanten Alexithymie, zur Erfassung von Offenheit für Nähe in Beziehungen und der Selbstbeurteilung psychischer Symptombelastung). Bei Vorliegen einer Hauterkrankung sind die Angstpatienten im Erleben von sozialer Nähe, bei der Wahrnehmung ihrer Gefühle, in ihrem emotionalen Erleben und der Gestaltung des sozialen Kontaktes 'gestörter'. Diskutiert wird, dass Patienten mit einer Somatoformen Störung soziale Nähe oft 'rein räumlich' erleben, sie 'ohne Gefühl in der Situation sind', sie sich in ihrer Haut gefangen fühlen und das körperliche Symptom häufig eine'psychoprothetische Funktion' erfüllt. Ohne Hauterkrankung unterscheiden sich beide Patientengruppen nicht hinsichtlich klinisch relevanter Angst oder Depression, auch nicht in ihrem Bindungsverhalten im sozialen Kontext. In beiden Störungsgruppen findet sich ein hoher Anteil von Patienten, die Angst haben, sich auf eine bzw. in einer Bindung einzulassen, bei zugleich hohem Bedürfnis nach Nähe, allerdings verbunden mit der Angst, alleine gelassen oder verlassen zu werden. Angstpatienten sind nicht introspektiver. Wie die Patienten mit einer Somatoformen Störung sind sie durch ihre Symptoatik belastet, allerdings mehr in ihrer Grundstimmung, diejenigen mit einer Somatoformen Störung eher durch körperliche Missgefühle. Die Untersuchung zeigt eindeutig, dass mit Hilfe der Skalen im HautZuf Aussagen über das Hauterleben im sozialen Kontakt und dessen Gestaltung getroffen werden können.

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