Vergleichende Untersuchungen von zwei phänotypischen und einem genotypischen Nachweisverfahren zur Detektion von ZNS-Risikogewebe in Fleisch und Fleischerzeugnissen

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Vor dem Hintergrund der Übertragbarkeit des BSE-Erregers vom Rind aufden Menschen müssen gemeinschaftsweit spezifizierte Risikomaterialienvon Wiederkäuern aus der Nahrungsmittelkette entfernt, gekennzeichnetund unschädlich beseitigt werden. Dies wird durch die VO (EG) 999/2001festgelegt. Aufgrund ihrer besonders hohen Infektiösität kommt dembovinen Gehirn und Rückenmark innerhalb der spezifiziertenRisikomaterialien eine besondere Bedeutung zu. Um die Einhaltung dergesetzlichen Vorgaben überwachen und zusätzlich bereits präventivbetriebliche Eigenkontrollen durchführen zu können, wird einzuverlässiges, sensitives und anwenderfreundliches Verfahren zumNachweis von zentralem Nervengewebe (ZNS) in Fleisch undFleischerzeugnissen benötigt.Im Rahmen der hier vorgestellten Arbeit wurden drei Verfahren zumNachweis von ZNS-Gewebe in Fleisch und Fleischerzeugnissenmiteinander verglichen. Dabei handelte es sich um zwei ELISA-Verfahrenzum Nachweis von GFAP: den RIDASCREEN® Risk Material-Test von Rbiopharm(Darmstadt) und den Brainostic von ScheBo® (Gießen), sowieeine am Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde der UniversitätGießen entwickelte Reverse Transkriptase-Real Time-PCR. AlsUntersuchungsmaterial wurden unterschiedliche Fleischerzeugnisseartifizell mit Rinderhirn bzw. Rinder-Rückenmark in verschiedenenKonzentrationsstufen kontaminiert und vergleichend aufbereitet. Um denEinfluss unterschiedlicher Parameter auf die Stabilität der jeweiligenMarkersubstanz beobachten zu können, wurden sowohl nativesHackfleisch, tiefgefroren aufbewahrtes Hackfleisch wie auchunterschiedlich stark hitzebehandeltes Untersuchungsmaterial in denVergleich mit einbezogen. Das Untersuchungsmaterial wurde überentsprechend ausgewählte Lagerungsperioden wiederholt aufbereitet. DieLagerungszeiten reichten von 14 Tagen bei frischem Hackfleisch bis zu 24Monaten bei Vollkonserven.Insgesamt wurden jeweils 204 Hackfleischproben, 50 Vollkonserven, 50Dreiviertelkonserven und 64 Kesselkonserven vergleichend aufbereitet. Inden Untersuchungen des nicht hitzebehandelten Probenmaterials zeigtedas Reverse Transkriptase-Real Time-PCR-Verfahren die höhsteEmpfindlichkeit. Mit dem Brainostic -ELISA wurden in denUntersuchungen von mit Rinderhirn versetztem Hackfleisch vereinzeltefalsch-negative Ergebnisse beobachtet. Die mit Rinder-Rückenmarkversetzten Hackfleischproben konnten mit diesem Verfahren ausnahmslosnachgewiesen werden. Eine etwas geringere Empfindlichkeit zeigte sichbei dem RIDASCREEN® Risk Material 10/5-ELISA. Obwohl durch eineModifikation der Probenaufbereitung die Nachweisbarkeit mit diesemVerfahren verbessert werden konnte, blieb es doch in der Empfindlichkeithinter den anderen Verfahren zurück.Dieser deutliche Unterschied in der Sensitivität der verwendetenNachweisverfahren zeichnete sich in den Untersuchungen vonBrühwurstkonserven nur noch tendentiell ab und war nicht statistischsignifikant.Die Ergebnisse der Untersuchungen von Leberwurst-Kesselkonservendeuteten darauf hin, dass die Beschaffenheit dieses Referenzmaterialseinen erheblichen Einfluss auf die Empfindlichkeit der Nachweisverfahrenausübte. Hier lag die Empfindlichkeit beider ELISA-Verfahren über der desmolekularbiologischen Verfahrens.Die Analysen zur Stabilität der Markersubstanzen GFAP-mRNA undGFAP-Protein stehen in guter Übereinstimmung zur aktuellenwissenschaftlichen Literatur. Es konnte gezeigt werden, dassinsbesondere die GFAP-mRNA einen in hohem Maß spezifischen undstabilen Marker zum Nachweis von ZNS-Gewebe darstellt.Die zusätzlichen Untersuchungen von Feldproben belegte dasVorhandensein von schlachttechnologisch bedingter ZNS-Kontaminationan Rinderköpfen und Rinderschlachttierkörpern.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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