Ejakulatgewinnung und Ejakulatanalyse bei Krallenaffen (Callitrichidae; Platyrrhini; Primates)

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Die Verfügbarkeit ausreichender Mengen von Spermatozoen guter Qualität ist ein Faktor, der die reproduktionsbiologische Forschung sowie die Entwicklung assistierender Reproduktionstechniken bei Primaten stark einschränkt. Als Routinemethode bei Primaten gilt die Elektroejakulation unter Verwendung von Rektalsonden (rectal probe electroejaculation, RPE). Insbesondere bei den größeren Altweltaffen ist die RPE oft angewendet worden. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße ist die RPE bei den kleinen Spezies südamerikanischer Krallenaffen schwierig durchzuführen. Bislang gibt es kaum Untersuchungen zur Anwendung der RPE bei Krallenaffen und Studien, die durchgeführt wurden, sind auf Callithrix jacchus beschränkt. Die Erfolgsquoten waren dabei jedoch sehr unterschiedlich. In der vorliegenden Arbeit wurden verschiedene Methoden der RPE bei Krallenaffen untersucht. Bei drei Vertretern, Callithrix jacchus, Saguinus fuscicollis und Saguinus oedipus, wurden verschiedene Optionen bezüglich Narkose, Rektalsondengeometrie und elektrischer Stimulation geprüft. Es konnte eine sichere und zuverlässige Methode der RPE für Krallenaffen etabliert werden. Zum ersten Mal wird damit eine erfolgreiche Methode der RPE bei Vertretern der Gattung Saguinus beschrieben. Für alle drei Spezies wurden darüber hinaus spermatologische Basisdaten ermittelt sowie kinematische Parameter mittels CASA (computer assisted sperm analysis) untersucht. Alle drei Spezies zeichnen sich durch ein extrem kleines Ejakulatvolumen aus. Die dadurch bedingte geringe Anzahl Spermatozoen pro Ejakulat schränken die Nutzbarkeit der Ejakulate stark ein. Eine vielversprechende Alternative zur RPE ist die Stimulation des Penis durch Vibration (penile vibratory stimulation, PVS). PVS wurde bislang erfolgreich zur Ejakulatgewinnung von Totenkopfaffen angewendet. Bei einer ersten Anwendung der PVS bei C. jacchus konnte allerdings nur eine niedrige Erfolgsquote erzielt werden. Die vorliegende Arbeit beschreibt ein verbessertes Protokoll für die PVS bei C. jacchus. Es wurde eine Erfolgsrate von fast 90 % erreicht. Darüber hinaus waren Ejakulate, die mittels PVS gewonnen wurden, im Vergleich zu RPE-Ejakulaten von besserer Qualität. PVS-Ejakulate enthielten deutlich mehr Spermatozoen und einen höheren Anteil an motilen Spermatozoen. Die Untersuchung der kinematischen Parameter mittels CASA weisen auch auf funktionelle Unterschiede hin zwischen Spermatozoen welche mittels PVS und RPE gewonnen wurden. Spermatozoen in RPE Ejakulaten bewegten sich auf weniger linearen Bahnen als Spermatozoen in PVS-Ejakulaten.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005

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