In der hier vorgelegten Arbeit wurde das Vorkommen spezifischer Phosphotyrosin-Phosphatasen PTP1B bzw. TcellPTP und SHP1 bzw. SHP2 - in der Leber von Rattenuntersucht. Eine genauere Analyse erfolgte für SHP1/PTP1C und SHP2/PTP1D. Zusätzlich wurde das Verhalten der Tyrosinphosphatasen unter dem Einfluß von Methotrexat (MTX) analysiert.
Das Erfassen von PTP1B und TcPTP in Leberschnitten mittels Immunfluoreszenztechnik war nicht möglich. Jedoch konnte mittels des sensitiveren SDS-Page das Vorkommen dieser beiden Formen in der Leber bestätigt werden.
Die weiteren immunzytochemischen Untersuchungen beschränkten sich auf die SHP1 bzw. SHP2-Form. Diese wurden sowohl mit einem polyklonalen Antikörper, der auf Grund der großen Sequenzhomologie der Enzyme beide Formen gleichzeitig erfaßt, als auch mit monoklonalen Antikörpern durchgeführt.
Es gelang der lichtmikroskopische Nachweis dieser beiden Enzyme in der Leber, wobei ihr Vorkommen auf die Non-Parenchymzellen beschränkt war. Die Identifikation dieser reaktiven Zellen erfolgte über Doppelfärbungen einerseits mit zelltypspezifischem Antikörper und dem Antikörper gegen die Tyrosinphosphatase. So konnte gezeigt werden, daß sowohldie SHP1- als auch die SHP2-Form in den Ito- (spezifischer Antikörper: Desmin, GFAP), Kupffer- (spezifischer Antikörper: ED1, ED2, OX6) und NK- (spezifischer Antikörper: 3.2.3 Antikörper gegen NKR-P1) Zellen vorkommt.
Das Vorkommen der SHP1 in den Kupffer- und Ito-Zellen wurde hier zum ersten Mal beschrieben.
Die biochemische Analyse erfolgte sowohl am Gesamtleberhomogenat als auch an zwei isolierten Zellpopulationen, nämlich an Endothel- und Kupffer-Zellen, die über das Elutriationsverfahren gewonnen wurden. Die Messung der Gesamtaktivität der PTPs bestätigte in gewisser Weise die morphologischen Beobachtungen. Die Gesamtaktivität der PTPs war an den Kupffer-Zellen ca. 4mal so hoch wie in dem Gesamthomogenat, während die Aktivität der Endothelzellen nur etwa 60% der Aktivität des Leberhomogenats entsprach.
Weitere Analysen erfolgten mittels Western-Blotting sowohl im Gesamtleberhomogenat als auch im Homogenat der isolierten Zellen.
Im zweiten Teil der Arbeit wurden Lebern nach Methotrexat-Behandlung untersucht. In den Hepatozyten der behandelten Lebern ließ sich weder PTP1b noch TcPTP nachweisen. Für die Non-Parenchymzellen ergab sich das gleiche Muster SHP1 und SHP2 in allen Zellen außer den Endothelzellen wie bei den unbehandelten Tieren.
Unter dem Einfluß von MTX kam es zu Veränderungen periportal gelegener Non-Parenchymzellen. Die Populationsanalyse ergab quantitative Veränderungen sowohl bei den Kupffer-, als auch den bei den NK-Zellen. Während die zahl der Kupffer-Zellen signifikant unter der Behandlung mit MTX abnahm, verdoppelte sich die Zahl der NK-Zellen. Dies gilt auch für die NK-Zellen der perivenösen Zone. Für die Ito-Zellen konnte noch zusätzlich deren Aktivierung durch MTX gezeigt werden.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen