Eine vermehrte Freisetzung von VEGF (vascular endothelial growth factor) im Auge führt bei Krankheiten wie der AMD (Altersbedingte Maukuladegeneration) oder der DR (Diabetische Retinopathie) zu unkontrolliertem Gefäßwachstum. Wiederholte Injektionen von anti-angiogenen Molekülen wie Lucentis® (Ranibizumab) oder Avastin® (Bevacizumab) stellen die aktuelle Leitlinientherapie dar. Das Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung einer Gentherapie mit welcher anti-VEGF Moleküle über lange Zeit im Auge produziert werden können. Um dies zu erreichen, wurde die lösliche Form des VEGF-Rezeptors 1 (sFlt1) unter Kontrolle eines Tetrazyclin-induzierbaren TetOn-Promotors in eukaryotischen Zelllinien exprimiert und die biologische Aktivität in zellspezifischen Assays analysiert.Die sFlt1 cDNA wurde aus der Cornea extrahiert und vervielfältigt um anschließend in einen TetOn Expressionsvektor kloniert zu werden. HEK293 Zellen wurden mit diesen Konstrukten transfiziert und die Expression von sFlt1 mithilfe des Tetrazyclin-Derivats Doxycyclin induziert. Der Überstand mit dem Genprodukt wurde 24 Stunden nach der Expression abgenommen. Mit ihm wurden HUVEC Migrations Assays durchgeführt um die biologische Aktivität zu bestimmen und mit der von Lucentis® zu vergleichen.sFlt1 wurde erfolgreich hergestellt und von HEK293 freigesetzt. Dies lies sich im Western Blot zeigen. Im HUVEC Migrationsassay zeigte das induzierte sFlt1 eine Reduktion der Zellmigration von 60%(+/- 3%), das nicht-induzierte sFlt1 eine Reduktion von 18% (+/- 1%). Im Vergleich dazu zeigte Lucentis® (100ng) eine Reduktion von 60% (+/- 2%).Die Expression von sFlt1 kann durch die Anwendung des TetOn-Systems kontrolliert werden. Es produziert ausreichende Mengen an sFlt1 um VEGF im HUVEC Migrationsassay zu inhibieren, vergleichbar mit Lucentis®. Diese Ergebnisse zeigen eine mögliche Gentherapie um VEGF bei Krankheiten wie der DR oder der AMD zu hemmen.
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