In dieser Studie wurde retrospektiv eine Datenanalyse von 1071 Patienten durchgeführt, bei denen Im Zeitraum Januar 2003 bis Dezember 2004 der Eingriff einer aorto-koronaren Bypass-Operation im Universitätsklinikum Gießen vorgenommen wurde. Es wurde untersucht, welche Risikofaktoren für das Auftreten einer postoperativen Niereninsuffizienz bestehen.Bei 1071 Patienten entwickelten 3.5% (n=37) eine postoperative Niereninsuffizienz. Es fand sich keine siginifikante Korrelation zwischen einer postoperativen Niereninsuffizienz und des BMI (p=0.444). Ebenfalls keine siginifikanten Unterschiede zeigten sich bei der Hauptstammstenose (p=0.725), der präoperativ bekannten Nierenfunktion (p=0.462), pAVK (p=0.157), Verweildauer (p=0.465), Art. Hypertonus (p=0.582), Hypercholesterinämie (p=0.303), Diabetes mellitus (p=0.418), Nikotinabusus (p=0.384). Weibliches Geschlecht ist in dieser Studie ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer postoperativen Niereninsuffizienz (p=0.008). Höheres Lebensalter prädisponiert deutlich für die Entstehung eines postoperativen Nierenversagens (p=<0.001). Im Notfall durchgeführte aorto-koronare Bypass-Operationen zeigen eine signifikante Abhängigkeit (p=0.006). NYHA-Stadium IV bedeutet ein deutlich erhöhtes Risikoprofil (p=<0.001). 16.2% der Niereninsuffizienzgruppe waren Patienten mit 1-KHK Gefäßerkrankung. Es besteht eine hochsignifikante Abhängigkeit (p=<0.001). Sowohl präoperativ bekannte Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern (p=0.003) als auch postoperatives Kammerflimmern (p=<0.001) sind in dieser Studie Risikofaktoren für die Entstehung einer postoperativen Niereninsuffizienz. In unserem Patientenkollektiv zeigen Patienten mit bekannten cerebrovaskulären Ereignissen (p=0.035), Sepsis (p=<0.001) und der Verwendung von Katecholaminen (p=<0.001) siginifikante Unterschiede. Signifikante Abhängigkeiten zeigten sich ebenfalls in der Operationsdauer (p=0.008), Bypass-zeit (p=0.04) und dem Drainageblutverlust (p=0.003).In unserer Studie verstarben während des Krankenhausaufenthaltes 3.6% des Patientenkollektivs. 51.4% der Niereninsuffizienzgruppe waren verstorbene Patienten. Es besteht eine hochsignifikante Abhängigkeit (p<0.001).Auf unsere Studie bezogen, ist unsere Vergleichsgruppe der postoperativ niereninsuffizienten Patienten als eine signifikante Risikogruppe für eine höhere Mortalität und für postoperative Komplikationen anzusehen.
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