In vivo Chemotaxis im Sulcus gingivae bei Patienten mit Diabetes mellitus und Parodontitis
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Zusammenfassung
Diabetes mellitus Typ 2 und Parodontitis sind multifaktorielle Erkrankungen mit einer hohen Prävalenz und scheinen in einem bidirektionalen Zusammenhang miteinander zu stehen (Lalla & Papapanou, 2011). Neben einem proinflammatorischen Zustand des Immunsystems (Donath & Shoelson, 2011) und einer durch klinische Studien belegten ausgeprägten gingivalen Entzündungsreaktion auf den bakteriellen Biofilm (Hugoson et al., 1989; Salvi et al., 2005), wurde bei Diabetikern in vitro eine verminderte Chemotaxis von peripheren polymorphkernigen neutrophilen Granulozyten (PMN) festgestellt (Delamaire et al., 1997; Shetty et al., 2008). PMN sind die primären phagozytären Zellen der akuten Immunantwort und die in der Sulcusflüssigkeit vorherrschende Zellart (Cimasoni, 1983). In der vorgestellten Arbeit wurde die in vivo Chemotaxis von PMN im Sulcus gingivae von Diabetikern mit Parodontitis (n = 10) untersucht. Als Kontrollgruppen dienten Parodontitispatienten und Gesunde (jeweils n = 10). Alle Teilnehmer erhielten eine vollständige zahnärztliche und parodontologische Untersuchung und nahmen an einer 14-tägigen Mundhygienephase teil. Die Testung der lokalen Chemotaxis erfolgte nach Abschluss der Mundhygienephase an parodontal gesunden Zähnen im Oberkiefer. Die PMN wurden dabei mit der Methode nach MEYLE (1986) aus dem Sulcus entnommen. Dazu wurde nach Baseline-Waschung in den Sulcus eines Testzahnes (stimulierter Ansatz; Sondierungstiefe = 3 mm, klinisch gesunde Gingiva) ein inflammatorischer Reiz (Casein) und in den des kontralateralen Zahnes (nicht stimulierter Ansatz am Kontrollzahn) ein Placebo (PBS) appliziert. 35 Minuten später wurden die in die Sulci eingewanderten Zellen ausgewaschen. Die in den Proben enthaltenen PMN wurden durchflusszytometrisch gezählt und die Oberflächenexpression der für die Diapedese wichtigen Rezeptoren CD11b und CD15 bestimmt. Für alle Parameter ergab sich ein eindeutiger Unterschied zwischen stimuliertem und nicht stimuliertem Ansatz (jeweils p < 0,05; Vorzeichen-Rang-Test). Die Summe der in beide Ansätze eingewanderten PMN war bei den Diabetikern am höchsten (Median: 32.751). Auch die chemotaktische Reaktion auf den inflammatorischen Reiz war bei den Diabetikern am größten (Median: 15.363). Statistisch eindeutige Unterschiede ergaben sich für alle Parameter zwischen Diabetikern mit Parodontitis und den systemisch gesunden Parodontitispatienten (jeweils p < 0,05; Mediantest). Die Ergebnisse dieser Studie belegen erstmals in einer klinisch-experimentellen Studie eine gesteigerte lokale parodontale Entzündungsreaktion bei Diabetikern Typ 2.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
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Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
