Junge Patienten mit koronarer Herzkrankheit - spielt der Migrationshintergrund eine Rolle?

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Hintergrund: Trotz national und international zunehmender Forschung ist die Studienlage zum Verhältnis von Migration und Gesundheit widersprüchlich. So finden sich im Hinblick auf KHK neben Hinweisen auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko für Migranten auch gegenteilige Aussagen. Dies beruht unter anderem auf den besonderen theoretischen und methodischen Herausforderungen bei der wissenschaftlichen Erfassung des vielschichtigen Phänomens Migration und seiner möglichen Bedeutung für medizinische Fragen. Insbesondere die Bildung sinnvoller Untersuchungskategorien sowie das komplexe Zusammenspiel sozialer, kultureller, psychischer und biologischer Faktoren im Kontext von Migration stellen wesentliche Problemfelder dar.Fragestellung: Ausgehend von klinischen Beobachtungen und kontrovers diskutierten Studienergebnissen, die unter jungen Patienten mit KHK eine erhöhte Anzahl an Migranten nahelegten, verfolgte die Untersuchung zwei Ziele: 1. Bestimmung des quantitativen Anteils von Migranten unter den jungen Patienten mit KHK am UKGM; 2. Entwicklung geeigneter Kategorien und Methodiken für die Operationalisierung des Kriteriums Migrationshintergrund für medizinische Studien. Methode: Junge Patienten (<56 Jahre) am UKGM mit Wohnort in Hessen und koronarangiographisch diagnostizierter Koronarsklerose oder KHK wurden über den Zeitraum eines Jahres mit einem für die Studie entwickelten Fragebogen erfasst. Der Fragebogen enthielt Items zur differenzierten Erfassung des Migrationshintergrundes (u. a. zu Herkunft, gesprochenen Sprachen, Einreisejahr, Migrationsmotiv, Aufenthaltsstatus, zusätzlich zu Diagnose und kardiovaskulären Risikofaktoren). Der so ermittelte Anteil an Migranten wurde anschließend mit geeigneten Daten des statistischen Bundesamtes verglichen.Ergebnisse: Im Vergleich zur hessischen Bevölkerung wurde unter den untersuchten Patienten ein statistisch signifikant höherer Anteil (p<0,001) an Menschen mit Migrationshintergrund gefunden. Die differenzierte Operationalisierung des Migrationshintergrundes ist in der Forschungspraxis umsetzbar, ermöglicht aber keine Rückschlüsse auf die Ursachen des erhöhten KHK-Risikos. Schlussfolgerung: Für die untersuchte Patientengruppe lässt sich belegen, dass der Migrationshintergrund mit einem erhöhten KHK-Risiko verbunden ist. Außerdem hat sich die differenzierte Erfassung des Migrationshintergrundes als in der Forschungspraxis möglich erwiesen. Das quantitative Ergebniss sollte jedoch in einer größeren Studie überprüft werden.

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