Untersuchungen zur Mikrozirkulation unter dem Einfluß einer rheologisch-antiphlogistischen Infusionstherapie bei Patienten mit akuter einseitiger Schallempfindungsschwerhörigkeit

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Die Ätiologie des Hörsturzes ist weiterhin unbekannt und wird kontrovers diskutiert. In der vorliegenden Studie wurde die Mikrozirkulation,insbesondere die Verformbarkeit der Erythrozyten untersucht. Andere Parameter der Mirkozirkulation, wie die Thrombozytenaggregationund die Plasmaviskosität wurden ebenso diskutiert. Material und Methode 56 Hörsturzpatienten wurden mit einer rheologischen Infusionstherapie mit Pentoxifyllin (PTX) und 33 von Ihnen zusätzlich mit Prednisolonbehandelt. Die gemessenen Mikrozirkulationsparameter wurden mit denen von 23 gesunden Probanden ohne bekannte Hörstörungverglichen. Zur Bestimmung der Erythrozytenverformbarkeit (EV) wurde das Laserdiffraktoskop angewandt. Mit dem 'Platelet functionanalyzer' wurde die Thrombozytenaggregation bestimmt. Wir verglichen Vollblutproben der Hörsturzpatienten (n=56; mittlerer Hörverlust 34dB) vor der Therapie mit Vollblutproben der Kontrollgruppe, welche die gleiche Alters- und Geschlechtsverteilung aufwies. Die Blutprobender Patienten wurden am 1., 3. und 6. Tag der Therapie mit PTX, jeweils vor und nach der i.v.-Applikation den Messungen zugeführt.Zusätzlich wurden Blutproben von 9 Patienten nach einer Inkubation mit PTX in 10, 50 und 100facher Dosierung den Messungen zugeführt. Ergebnisse Die EV der Patientengruppe war bei physiologischen Scherkräften signifikant niedriger als die der Kontrollgruppe (p<0,05). PTX hatsowohl in vivo, als auch in vitro keinen positiven Effekt auf die EV bei physiologischen Scherkräften.Vor Beginn der Therapie war dieThrombozytenaggregation der Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht erhöht, aber unter dem Einfluss der PTX-Infusionen nahmdie Thrombozytenaggregation deutlich zu. Diese Ergebnisse wurden sowohl bei Patienten mit, als auch ohne Hörverbesserung gefunden.Der Plasmafibrinogenspiegel als Hinweis auf die Plasmaviskosität war vor der Therapie erhöht, wurde jedoch durch die Therapie reduziertund näherte sich dem Wert der Kontrollgruppe an. Diskussion Die EV ist eine der bedeutenden Parametern der Mikrozirkulation. Die Kapillaren haben einen kleineren Durchmesser als die Erythrozyten,so dass diese sich zur Passage der Kapillaren verformen müssen. Eine erniedrigte EV geht mit einer gesteigerten Viskosität und somiteiner erniedrigten Mikrozirkulation einher. Bezüglich der Ergebnisse der hier vorliegenden Studie scheint eine verminderte EV an derÄtiologie der Hörsturzes beteiligt zu sein, PTX vermag die erniedrigte EV aber nicht positiv zu beeinflussen. Die Thrombozytenaggregationnahm während der Therapie zu, der Plasmafibrinogenspiegel sank. Die EV ist kein Prognosefaktor für den Schweregrad eines Hörsturzesoder den Therapieerfolg. Eine erhöhte Thrombozytenaggregation steht nicht im Zusammenhang mit dem Hörsturzereignis. Therapiealternativen wie die i.v.-Applikation von Mg++, welche die EV positiv beeinflussen soll, sowie die H.E.L.P.-Therapie sollten inZukunft klinisch erprobt werden.

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