Das R-J Handröntgenstadium als Indikator für abgeschlossenes Kieferwachstum : Eine röntgenkephalometrische Studie

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Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, ob nach Eintreten des Handröntgenstadiums R-J (vollständige knöcherne Vereinigung derEpiphyse und Diaphyse des Radius) noch sagittales und/oder vertikales, basales und dentoalveoläres Kieferwachstum stattfindet, und wiegroß dieses Wachstum ist. Im speziellen sollten folgende Fragen beantwortet werden: Ist das Ausmaß des Kieferwachstums nach Eintreten des Stadiums R-J, wenn überhaupt vorhanden, so groß, daß es eine praktische Bedeutung für Kieferorthopädie, Kieferchirurgie oder Implantologie hat? Ist das Handröntgenstadium R-J als Indikator für abgeschlossenes Kieferwachstum weiterhin geeignet? Handröntgenbilder sowie zeitgleich aufgenommene Fernröntgenseitenbilder des Kopfes (FRS) von 56 Probanden (31 männlichen und 25weiblichen) im Alter von 14 bis 21 Jahren wurden ausgewertet. Es lagen FRS von bis zu fünf Jahren nach Eintritt des R-J-Stadiums vor.Acht Meßvariablen (drei basale sagittale, zwei basale vertikale, zwei dentoalveoläre vertikale und eine basale diagonale) wurden auf ihreVeränderung in einzelnen Zeitabschnitten (1 Jahr vor bis 1-5 Jahre nach Eintritt des R-J-Stadiums) untersucht. Es wurde mit einerGenauigkeit von 0,5mm gemessen. Der Methodenfehler lag im Mittel bei 0,72mm. Die Untersuchung kam zu folgenden Ergebnissen: Auch wenn innerhalb von zwei Jahren nach eingetretenem R-J-Stadium 81% der Probanden Wachstumsveränderungen von weniger als einem Millimeter aufwiesen: traten sagittale basale Wachstumsveränderungen von 0,5mm bis 2,5mm der Schädelbasislänge, der Mandibulalänge und der Maxillalänge bei etwa 30% der Probanden auf. traten vertikale basale Wachstumsveränderungen von 0,75mm bis 2,5mm bezüglich der Maxillahöhe bei 3,3% und in der Mandibulahöhe bei 20% der Probanden auf. traten vertikale dentoalveoläre Wachstumsveränderungen von 0,75mm bis 2,5mm in Mandibula und Maxilla bei etwa 28% der Probanden auf. trat diagonales basales Schädelwachstum von 0,5mm bis 2,25mm bei 73,3% der Probanden auf. Da Wachstumsveränderungen der Größenordnung unter 1mm weder für die Kieferorthopädie noch für die Kieferchirurgie eine praktische Bedeutung haben, eignet sich das Handröntgenstadium R-J für diese Bereiche (in den meisten Fällen) weiterhin als Indikator für abgeschlossenes Wachstum. Lediglich in der Zahnimplantologie kann schon ein vertikales dentoalveoläres Wachstum von 0,5mm kritisch sein. Es empfielt sich deshalb, bei der Planung eines Zahnimplantates mit der Implantatinsertion noch einige Jahre nach Eintreten des R-J-Stadiums zu warten, um eine Stufenbildung zwischen Implantat und natürlichem Nachbarzahn zu vermeiden.

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