Dorsoflexio uteri ante partum bei der Stute : Untersuchungen zur Häufigkeit, klinischer Symptomatik und Prognose
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Zusammenfassung
Ziel dieser retrospektiven Studie war es, das Krankheitsbild der Dorsoflexio uteri zu beschreiben. Insgesamt wurden retrospektiv von 2001 2010 die Daten von 124 Stuten mit Kolik ante partum ausgewertet. Es erfolgte einer Einteilung der Patientinnen in verschiedene Gruppen: Stuten mit Dorsoflexio uteri, anderen Kolikursachen und unklarer Kolikgenese. Diese Gruppen gliederten sich wiederum in Untergruppen. Die Gruppe der Tiere mit einer Dorsoflexion des Uterus wurden in die Untergruppen isolierte Dorsoflexion, Dorsoflexion in Kombination mit weiteren genitalen Erkrankungen und Dorsoflexion in Kombination mit weiteren extragenitalen Erkrankungen unterteilt. Zu den so genannten anderen Kolikursachen zählten andere genitale, extragenitale und Kombinationen aus anderen genitalen und extragenitalen Erkrankungen. Folgende Daten der Stuten wurden aufgenommen: Alter in Jahren, Rasse, Trächtigkeitszeitpunkt in Monaten zum Zeitpunkt der Erkrankung, Parität, Vorbehandlungen vor Einlieferung, Vitalparameter bei Aufnahme, Kolikursachen, Laborparameter bei Erstuntersuchung, Therapie, Ausgang der Gravidität, Geschlecht der Fohlen und Schicksal der Stuten. Es konnten folgende relevante Fakten zur Dorsoflexio uteri ermittelt werden: Häufigkeit Es erkrankten 20 von 124 Stuten mit Kolik ante partum an einer Dorsoflexio uteri. Dies entspricht einer Häufigkeit von 16%. 13 Pferde litten an einer isolierten Dorsalverlagerung der Gebärmutter. Sie bildeten einen Anteil von 10% des Gesamtklientels. Alter Stuten mit einer Dorsoflexio uteri waren zwischen 3 und 21 Jahre alt. Der Mittelwert liegt bei 9,75 ± 4,93 Jahren. 90% der Pferde wiesen ein Alter von 3 bis 15 Jahren auf. Es liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede im Alter zwischen Stuten mit Dorsoflexio uteri und Pferden anderer Erkrankungsgruppen vor. Rasse 15 der 20 betroffenen Stuten waren Warmblüter (75%), 15% Vollblüter und 10% Ponys. Trächtigkeitsmonat Die Dorsoflexio uteri tritt zwischen dem 8. und dem 11. Monat der Trächtigkeit auf. Am häufigsten betroffen sind die Monate 8 und 10 mit jeweils 29%. Es ergibt sich ein arithmetischer Mittelwert von 9,6 Monaten ± 1,2 Monate. Stuten mit Dorsoflexio uteri unterscheiden sich signifikant von Stuten anderer Kolikgenese bezüglich des Erkrankungszeitpunktes während der Gravidität. Sie sind im Durchschnitt bei Auftreten der Problematik am längsten tragend. Parität 25% der Patientinnen waren Maidenstuten. Es sind keine signifikanten Unterschiede zu anderen Erkrankungsgruppen feststellbar. Vitalparameter Die Tiere mit einer Dorsoflexion der Gebärmutter zeigten in 80% der Fälle einen Anstieg der Herzfrequenz und bei 75% der Pferde wurde eine Tachypnoe gemessen. Die Körperinnentemperatur war bei 45 % der Stuten im Referenzbereich, 35% hatten eine Hypothermie und 15 % eine Hyperthermie. Die kapilläre Rückfüllzeit lag bei 60% der Patientinnen im Referenzbereich. Therapie Von 20 Stuten mit Dorsoflexio uteri wurden 16 (80%) konservativ, drei (15%) chirurgisch und eine (5%) nicht therapiert. Von den 13 Pferden mit isolierter Verlagerung erhielten elf (85%) eine konservative und je eine (8%) eine operative oder keine Therapie. Schicksal Alle 20 Tiere überlebten die Erkrankung. Der Ausgang der Gravidität war bei 12 von 20 Pferden bekannt. Die Trächtigkeit konnte bei 10 Pferden (83%) mit einer Geburt beendet werden. Bei zwei Stuten (17%) kam es zum Abort.Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich bei dem Krankheitsbild der Dorsoflexio uteri ante partum in der Regel nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt. In den meisten Fällen kann die Gravidität bei der Dorsoflexion des Uterus aufrechterhalten und beendet werden. Bedeutung besitzt die Dorsoflexion vor allem als Differenzialdiagnose zur Torsio uteri ante partum, da sich die Therapie unterscheidet.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
