In der vorliegenden Studie wurde die Dimensionsgenauigkeit von Abformmaterialien bei der offenen und geschlossenen Implantatabformung in Zusammenhang mit den beiden Implantatsystemen Straumann (Freiburg) und BEGO (Bremen) untersucht. Die Besonderheit dieser Studie bestand zum einen in der Gegenüberstellung der beiden Implantatsysteme, da bislang noch kein direkter Vergleich unterschiedlicher Implantatsysteme in der Literatur beschrieben wurde. Zum anderen aber auch wurden in dieser Studie zusätzliche Parameter wie Neigungsänderung der Implantatachse, Rotation des Implantates und Verschiebung der Implantatmittelpunkte entlang der x- , y-, z-Achse bei der Übertragung der Implantatposition vom Urmodell auf das Gipsmodell untersucht.Dazu wurde ein auf einer Edelstahlplatte montiertes Oberkiefermodell aus Kunststoff angefertigt, welches lediglich Frontzähne von 13 bis 23 aufwies. Im Bereich des unbezahnten Kiefers wurden sechs in Edelstahlröhrchen fixierte Implantate eingebracht. Die Straumann-Implantate befanden sich in regio 14, 18 und 26, die BEGO-Implantate in regio 16, 24 und 28, so dass beide Implantatsysteme spiegelverkehrt zueinander angeordnet waren. Bei beiden Implantatsystemen wurde als offene Abformung die ungeschiente PickUp-Technik unter Verwendung eines individuellen Abformlöffels untersucht. Die geschlossene Abformung wurde mit einem konfektionierten Abformlöffel durchgeführt. Bei dem Implantatsystem BEGO wurde die Repositionstechnik verwendet. Hierzu wurden die Abformpfosten in die Transfer-Caps, die sich in der Abformung befanden, reponiert. Bei dem Implantatsystem Straumann kamen Plastikabformpfosten mit einem Snap-on-Mechanismus zur Anwendung, so dass diese Abformpfosten nach Entfernung des Löffels in der Abformung verblieben. Insgesamt wurden bezüglich der offenen und geschlossenen Abformung jeweils zwei Polyether (Impregum Penta von 3M ESPE, Seefeld und P2 Polyether Magnum von Heraeus-Kulzer, Hanau) und zwei A-Silikone (Flexitime Monophase von Heraeus-Kulzer, Hanau und Aquasil Ultra von Dentsply, Konstanz) als Abformmaterial getestet. Das Hybridmaterial Fusion von GC Dental (Leuven, Belgien) kam nur bei der offenen Abformung zur Anwendung, da es danach nicht mehr auf dem europäischen Markt erhältlich war. Die hergestellten Gipsmodelle wurden mit Hilfe der 3D-Koordinatenmessmaschine RAPID (THOME, Messel) und speziell angefertigten Vermessungspfosten vermessen. Die Ergebnisse der Abformmaterialien zeigten nicht signifikante Unterschiede, so dass sich die Verwendung von Polyethern oder A-Silikonen als Abformmaterial nur geringfügig auf die Dimensionsgenauigkeit bei einer Einphasenimplantatabformung auswirkte. Dagegen fielen bei dem Vergleich der offenen mit der geschlossen Abformung bei beiden Implantatsystemen signifikante Unterschiede in Zusammenhang mit der Neigung und der räumlichen Verschiebung auf. Insgesamt war die offene Abformung bei dem Implantatsystem BEGO dimensionsgenauer als die geschlossene Abformung mit der Repositionstechnik. Anders hierzu verhielten sich die geschlossene und die offene Abformtechnik des Implantatsystems Straumann. Hierbei zeigte insgesamt die geschlossene Abformung mit dem Snap-on-Mechanismus bessere Ergebnisse in der Dimensionsgenauigkeit einer Implantatabformung. Auch die Verwendung des Implantatsystems wirkte sich in dieser Studie auf die Abformgenauigkeit aus, da mit Hilfe des Implantatsystems BEGO eine höhere Dimensionsgenauigkeit vor allem in Zusammenhang mit der offenen Abformung erzielt werden konnte. Insgesamt hängt die Dimensionsgenauigkeit einer Implantatabformung stark von der angewendeten Abformtechnik ab. Auch das verwendete Implantatsystem trägt zu einer höheren Abformgenauigkeit bei. Dagegen hat die Verwendung von A-Silikonen, Polyethern oder Hybridmaterialien als Abformmaterial keinen Einfluss auf die Dimensionsgenauigkeit einer Implantatabformung.
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