Sehbehinderung und Blindheit - Prävalenz von Depression, Angst und sozialer Phobie

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Hintergrund: Blindheit und Sehbehinderung können zu erheblichen Einschränkungen im alltäglichen Leben der Betroffenen führen. Mehrere Studien konnten eine reduzierte (visusbezogene) Lebensqualität sowie eine erhöhte psychische Belastung (v. a. Depression) älterer Blinder und Sehbehinderter zeigen. Zur Situation jüngerer Blinder und Sehbehinderter liegen nur wenige Daten vor. Die vorliegende Studie ermittelte die Häufigkeiten klinisch relevanter Depressions- und Angstsymptome (generalisierte Angst, soziale Phobie, Panik) bei jüngeren Betroffenen. Mögliche Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungen und der individuellen Resilienz, der visusbezogenen Lebensqualität sowie krankheitsspezifischen Aspekten wurden untersucht. Methoden: Die Stichprobe umfasste 101 Blindengeldempfänger zwischen 18 und 65 Jahren (MW = 48, SD = 14,4; m = 53, f = 48) des Landes Hessen. Neben soziodemographischen und krankheitsspezifischen Daten wurden Depressivität, generalisierte/soziale Angst und Panik mit folgenden Instrumenten erfasst: PHQ-D, GAD-Q-IV, SPAI. Zur Erfassung der visusbezogenen Lebensqualität und der Resilienz dienten der NEI VFQ und die RS-11. Ergebnisse: Soziale Ängste berichteten 41,6 %, Symptome der Depression 39,6 %, generalisierte Ängste 35 % und Paniksymptome 6,9 % der Probanden. Assoziationen zwischen krankheitsspezifischen Aspekten und psychischen Belastungen fanden sich nicht. Die Verwendung der kontinuierlichen GAD-Q-IV-Skala zeigte einen Zusammenhang zwischen Alter und generalisierter Angst (jüngere waren signifikant häufiger betroffen, p-Wert = 0,004), der bei dichotomer Auswertung überdeckt wurde (p-Wert = 0,057). Eine hohe Resilienz war mit weniger generalisierten und sozialen Ängsten assoziiert (p-Werte = < 0,001). Psychisch Belastete schätzen mehrere Bereiche der visusbezogenen Lebensqualität signifikant schlechter ein, als Unbelastete.Schlussfolgerung: Auch jüngere Blinde und Sehbehinderte weisen psychische Belastungen v.a. in Form sozialer Ängste und Depressivität auf. Die Assoziationen zwischen psychischen Belastungen und der visusbezogenen Lebensqualität bzw. der Resilienz legen nahe, dass eine erhöhte Sensibilität für das psychische Befinden ophthalmologischer Patienten notwendig und die Entwicklung therapeutischer bzw. präventiver Interventionen sinnvoll ist.

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