Vitamin D-Rezeptor-Gen-Polymorphismen und Knochenstoffwechsel bei türkischen Migranten in Deutschland im Vergleich zu einer gesunden deutschen Kontrollgruppe
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Zusammenfassung
An Osteoporose leidende Menschen weisen eine reduzierte Knochendichte(BMD) mit einhergehender Risikoerhöhung für knöcherne Frakturen auf.Weiterhin liegen eine gesteigerte Morbidität und Mortalität vor. Eine erblicheKomponente der Knochendichte konnte mit verschiedenen Zwillings- undFamilienstudien belegt werden, woraufhin im Laufe der Jahre ein großesInteresse an einem molekulargenetischen Hintergrund der Knochendichteentstand. Obwohl die für die Regulation der Knochendichte verantwortlichenGene noch nicht vollständig bekannt sind, findet man zahlreiche Publikationenüber verschiedene Kandidatengene, die einen möglichen Einfluss habenkönnten. So liegen diverse Untersuchungen vor, die sich mit Assoziationen derKnochendichte und dem Vitamin D-Rezeptor-(VDR-)Gen-Polymorphismusauseinandersetzen. Hierbei findet man unterschiedliche und teilweise sogarwidersprüchliche Ergebnisse.Das Ziel dieser Arbeit war die Beschreibung eines möglichenZusammenhanges zwischen einer verminderten Knochendichte in Form vonosteoporotischen Verhältnissen und Vitamin-D-Rezeptor-Gen-Polymorphismenbei in Deutschland lebenden türkischen Migranten im Vergleich zu einergesunden deutschen Kontrollgruppe.Hierfür wurden von insgesamt 183 türkischen Migranten (98 Männer, 46Frauen) und 46 altersvergleichbaren Deutschen (13 Männer, 33 Frauen) dieKnochendichte im Lendenwirbelsäulenbereich und am rechten Schenkelhalsgesamt mit der DEXA-Methode gemessen. Weiterhin sind folgendeLaborparameter bestimmt worden: Parathormon, Kalizum, Osteocalcin,Phosphat, alkalische Phosphatase, b-CrossLaps und 25-Vitamin D3. Zusätzlicherfolgte eine molekulargenetische Analyse durch Extraktion der DNA ausperipheren Leukozyten zur Genotypisierung der beiden VDR-Gen-Polymorphismen Bsml und Fokl. Das Fehlen bzw. Vorhandensein derSchnittstellen für die Restriktionsendonukleasen wurde definiert als B , F bzw. b , f .Insgesamt wiesen 83,1% der türkischen Migranten eine 25(OH)D3-Hypovitaminose auf, dieser Zustand war bei den Deutschen nur zu 45,7%vorhanden. Weiterhin konnte bei 82% der Migranten ein erhöhter PTH-Spiegelund bei 6,6% die klassische laborchemische Konstellation eines sek.Hyperparathyreoidismus objektiviert werden.Weder bei den Migranten noch bei den deutschen Probanden war es möglich,bedeutende Abweichungen hinsichtlich der Verteilung für einen Bsml-Polymorphismus auszumachen. Bezüglich der Fokl-Allele hingegen waren sehrwohl signifikante Unterschiede vorhanden. So lagen in der Gruppe dertürkischen Migranten häufiger die Genotypen FF vor (p=0,009). Außerdemwiesen Frauen aus der Gruppe der Migranten, bei denen ein Ff-Genotypnachgewiesen werden konnte, verminderte BMD- und T-Score-Werte sowohl imLWS-Bereich als auch am rechten Schenkelhals gesamt auf (p<0,046).Bezeichnende Assoziationen zu den untersuchten Laborparametern warennicht erkennbar.Die Männer aus der Gruppe der Türken wiesen keine Assoziation zwischen denKnochendichte-Werten und den Fokl-Genotypen auf.Aus den vorliegenden Daten lässt sich also ein Einfluss der Fokl-Polymorphismen auf die Knochendichte bei türkischen Migrantinnen annehmen.Durch eine Analyse der Vitamin D-Rezeptor-Gen-Polymorphismen könnte manbei diesen Personen ein mögliches Osteopenie- bzw. Osteoporoserisikofrühzeitig erfassen und eine individuelle Risikoeinschätzung bezüglich einerhohen Knochenbruchgefahr bestimmen. Bei einer ermittelten Risikoerhöhungfür Frakturen wäre es dann angebracht, eine osteoprotektive Medikationeinzuleiten und somit den Prozess der Knochendichtereduktion zuverlangsamen.Weitere, zukünftige Studien sind notwendig, um das genaue Ausmaß desEinflusses des VDR-Polymorphismus analysieren zu können. Hierbei mussaber auch darauf geachtet werden, dass alle Faktoren eliminiert werden, dieeinen Einfluss des VDR-Gen-Polymorphismus auf die Knochendichtemaskieren könnten.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
