Phäno- und genotypische Charakterisierung von Staphylococcus aureus aus Ziegenkäse unter besonderer Berücksichtigung des Enterotoxinbildungsvermögens
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Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wurden 181 Ziegenkäseproben aus dem Handel (Hessen) auf eine Kontamination mit Staphylococcus (S.) aureus untersucht. In insgesamt 14 Proben (7,7 %) wurde S. aureus nachgewiesen. Aus diesen Proben wurden 64 Isolate von S. aureus ausgewählt. Diese wurden unter Berücksichtigung kultureller, biochemischer und molekularbiologischer Aspekte phäno- und genotypisch charakterisiert. Mittels Enzymimmuntest wurde Enterotoxinbildung bei 29,6 % der Isolate nachgewiesen, dabei wurde Staphylokokken-Enterotoxin C am häufigsten nachgewiesen. Die Überprüfung auf Enterotoxingene ergab für 33 Isolate (51,6 %) positive Nachweise für ein oder mehrere Toxingene. Dabei trugen nur 29,6 % aller Isolate die Toxingene sea und sec. Weitere 22 % der Isolate waren ausschließlich für die 'neueren' Enterotoxingene seg, sei, sem, sen, seo positiv, wobei in allen diesen Isolaten mehrere Toxingene gleichzeitig nachweisbar waren. In 48,4 % der Isolate wurden keine Toxingene nachgewiesen. Für den qualitativen Nachweis der Enterotoxingene wurde eine Multiplex-PCR entwickelt. Die Sensitivität der Multiplex-PCR war bei erheblich geringeren Materialkosten und reduziertem Arbeitsaufwand ausreichend zum Nachweis der Enterotoxingene sea, seb, sec, sed, see, seg, seh, sei, sej. Mit dieser Methode gelang der gleichzeitige Nachweis der klassischen und der neuen Enterotoxingene. Ein Vergleich der Ergebnisse mit der Einzel-PCR ergab eine vollständige Übereinstimmung im Bezug auf die neun getesteten Toxingene. Da ein kommerzieller Enterotoxin-Nachweis-Test für die neuen beschriebenen, potentiellen 'Enterotoxine' G bis U zur Zeit nicht erhältlich ist, wurde eine RT-PCR-Methodik zum Nachweis der Genexpression entwickelt. In dieser Arbeit gelang es erstmals, eine RT-PCR für fast alle bekannten Toxingene sea-see, seg, sei, sem, sen, seo zu entwickeln und zu etablieren. Die Ergebnisse der RT-PCR zeigten, dass mit Ausnahme von seo alle nachgewiesenen 'Toxingene' auch tatsächlich von den getesteten S. aureus-Isolaten exprimiert wurden. Diese weisen darauf hin, dass neben den klassischen Enterotoxinen SEA-SEE auch mit 'neuen' Proteinen (Enterotoxinen?) in Ziegenkäse gerechnet werden muss. Ob diese Proteine tatsächlich Toxin-Eigenschaften aufweisen, bedarf weiterer Klärung. Im Gegensatz zur DNA-PCR kann zumindest die tatsächliche Bildung des entsprechenden Proteins als wahrscheinlich angesehen werden. Die Methodik der RT-PCR könnte zur Auswahl geeigneter Stämme im Hinblick auf Proteinisolierung und Antikörperproduktion hilfreich sein.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
