Einleitung: Im ersten Lebensjahr herztransplantierte Kinder scheinen klinischen Beobachtungen zufolge überzufällig häufig trotzimmunsuppressiver Therapie mit Cyclosporin A (CyA) Neurodermitis (ND) zu entwickeln.
Ziel dieser Studie: Klärung der Frage, inwiefern Kinder mit Herztransplantation (HTX) im ersten Lebensjahr überzufällig häufig NDentwickeln.
Methoden: In der vorliegenden Studie untersuchten wir konsekutiv 41 Kinder (Alter: 5 Monate 17 Jahre) nach HTX. N = 27 Kinderwurden im ersten Lebensjahr herztransplantiert (Gruppe 1), n = 7 Kinder nach dem ersten Lebensjahr (Gruppe 2) und n = 7 Kinder hatteneine der HTX ähnlich große Herzoperation erhalten und dienten als Kontrollgruppe (Gruppe 3).
Die Neurodermitis (ND) wurde sowohl anhand der Kriterien nach Hanifin und Rajka als auch unter Zuhilfenahme des ErlangerAtopie-Scores und des ND-Schweregrad- Indexes beurteilt. Zusätzlich wurden IgE, IL-4 und ECP gemessen.
Ergebnisse: ND wurde bei 11 von 27 Kindern mit HTX im ersten Lebensjahr diagnostiziert, während in den beiden anderenStudiengruppen keine ND festgestellt wurde.
IgE, ECP und IL-4 waren in Gruppe 1 erhöht, im Vergleich mit den Gruppen 2 und 3 jedoch nicht signifikant.
Schlussfolgerung: Im ersten Lebensjahr herztransplantierte Kinder scheinen trotz Immunsuppression häufiger ND zu entwickeln alsKinder mit HTX nach dem ersten Lebensjahr und auch häufiger als jene Kinder, die einen organerhaltenden Eingriff hatten. Es bleibtzunächst ungeklärt, ob ein chirurgischer Eingriff innerhalb des ersten Lebensjahres mit nachfolgender Immunsuppression eine Veränderungder Reaktivität des Immunsystems dieser Kinder im Sinne einer ND bewirkt im Vergleich zu älteren Kindern.
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