Im Rahmen dieser Arbeit werden die Wirkungsmechanismen der Statin-bedingten Modulation der Angiogenese untersucht. In einem dreidimensionalen in vitro-Angiogenesemodell konnte gezeigt werden, dass Statine eine hochsignifikante Steigerung des LPC-induzierten endothelialen Sprouting versursachen und auf diese Weise eine proangiogenetische Wirkung hervorrufen. Hierbei handelt es sich um einen spezifischen Effekt der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. Durch die Inhibition der HMG-CoA-Reduktase wird der Prozess der Isoprenylierung, eine Schlüsselreaktion bei der Signaltransduktion und Regulation zahlreicher Zellfunktionen, beeinflusst. Die durchgeführten Angiogeneseversuche zeigten, dass die Statine durch Modulation der Prenylierung das LPC-induzierte Sprouting beeinflussen. Das geschieht durch Hemmung der Bildung des Isoprenoids GGPP.Andererseits ergeben die durchgeführten Proliferationsassays einen inhibierenden Effekt der Statine. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen spezifischen Effekt der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. Im Gegensatz zu den proangiogenetischen Effekten bezüglich des Sproutings ist der antiproliferative Effekt der Statine auf die Reduktion des in der Zellmembran befindlichen Cholesterins zurückzuführen. Der Prozess der Isoprenylierung spielt dabei keine Rolle.Alle Teilaspekte berücksichtigend, beeinflussen die Statine den Prozess der Angiogenese, indem sie Proliferation und Sprouting von Endothelzellen modulieren. Durch sowohl pro- als auch antiangiogenetische Effekte können die Statine zum Wachstum stabiler, funktionsfähiger Gefäße beitragen.In der Zukunft werden weitere Statinstudien zu einem besseren Verständnis der exakten pathophysiologischen Mechanismen der Angiogenese führen und die therapeutischen Möglichkeiten bei der Atherogenese sowie anderen Erkrankungen verbessern.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen