Von 1979 bis 1998 wurden an der Klinik für Allgemeinchirurgie der Universitätsklinik Gießen 521 Patienten mit einer isolierten hyperthermen Extremitätenperfusion behandelt. Bei 330 Patienten erfolgte die Therapiemaßnahme unter prophylaktischer (= elektiver) Indikation.In der vorliegenden Arbeit sollen die Langzeitergebnisse und Erfahrungen, die mit der elektiven Extremitätenperfusion gemacht wurden, dargestellt- und der Nutzen dieser Therapieform kritisch diskutiert werden. Die Fünfjahresüberlebenszeit der elektiv perfundierten Patienten betrug in unserem Krankengut 84%. Aufgeschlüsselt nach den Stadien der TNM Klassifikation betrugen diese im einzelnen 96% für das Stadium I (n = 23), 92% für das Stadium II (n = 191) und 62% für das Stadium III (n = 109). Im Stadium IV befand sich nur eine Patientin, die 22 Monate überlebte.Die Einteilung der Patienten in die verschiedenen Stadien erfolgte unter Berücksichtigung des intraoperativen Befundes. Durch eine Multivarianzanalyse nach Cox konnten als unabhängige prognostische Faktoren die Tumordicke, der Lymphknotenstatus und die Tumorlokalisation ermittelt werden. Der Literaturvergleich zeigte eine Tendenz zu verlängertem Überleben für Patienten, die zusätzlich zur chirurgischen Therapie mit einer elektiven Extremitätenperfusion behandelt wurden im Vergleich zu Patienten, die mit einer weiten Exzision alleine behandelt wurden. Ein Vergleich mit historischen Kontrollen, wie er in dieser Untersuchung erfolgte, darf allerdings nur sehr eingeschränkt bewertet werden.Letztlich ist die Aussage einer prospektiv randomisierten Untersuchung, wie sie von der WHO/EORTC durchgeführt wurde, als überlegenes Urteil zu akzeptieren. In dieser Studie profitieren lediglich Subgruppen von der elektiven Extremitätenperfusion. Folglich kann sie nicht mehr als adjuvante Therapiemaßnahme in der Behandlung des malignen Melanoms empfohlen werden.
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