Die Assoziation zwischen donorspezifischen HLA-Antikörpern und der koronaren Transplantatvaskulopathie nach pädiatrischer Herztransplantation

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Die koronare Transplantatvaskulopathie (CAV) stellt nach wie vor die häufigste Ursache für Transplantatversagen im Langzeitverlauf nach Herztransplantation dar. Aufgrund limitierter diagnostischer Alternativen wird sie oft erst in späten Stadien diagnostiziert und ist einer interventionellen oder operativen Therapie nur selten zugänglich. Die Pathophysiologie dieser Erkrankung ist bisher nicht gänzlich verstanden. Insbesondere die Rolle von HLA-Antikörpern als immunologischer Risikofaktor wird kontrovers diskutiert, und vor allem nach pädiatrischer Herztransplantation ist die Datenlage widersprüchlich. Durch die Einführung der Luminex®-Technologie in die HLA-Antikörperdiagnostik treten zudem methodische Frage-stellungen in den Fokus. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden wie ELISA oder LCT zeichnet sich diese durch eine überlegene Sensitivität aus, allerdings sind Durchführung und Interpretation wenig standardisiert und die klinische Relevanz wird von einigen Autoren angezweifelt. In der vorliegenden Arbeit wurde an 98 pädiatrischen Herztransplantationspatienten ein möglicher Zusammenhang zwischen der CAV und HLA-Antikörpern in Form einer korrelativen Querschnittsstudie untersucht und die Testeigenschaften des Luminex® in der CAV-Diagnostik bewertet. Zu diesem Zweck wurden Seren aller Patienten mittels Luminex® und LCT auf HLA-Antikörper analysiert und neben einem aktuellen Angiographiebefund weitere anamnestische und diagnostische Merkmale erhoben. CAV-Patienten zeigten signifikant häufiger HLA-Klasse II-Antikörper als die Kontrollpatienten (35 % vs. 11 %, p < 0,01). Bei Patienten mit donorspezifischen Antikörpern, deren Mehrheit sich gegen HLA-DQ richtete, lag in allen Fällen eine CAV-Erkrankung vor (100 % vs. 35 % bei DSA-negativen Patienten, p < 0,001). Weiterhin zeigte sich eine signifikante Assoziation zwischen der CAV und stattgehabten akuten zellulären Abstoßungen (95 % vs. 56 %, p < 0,0001), erhöhten linksventrikulären Füllungsdrücken (36 % vs. 14 %, p < 0,05) und kapillärer C4d-Deposition in der Anamnese (78 % vs. 43 %, p < 0,001). Ebenso zeigte sich bei Patienten mit HLA-Klasse II-Antikörpern eine signifikante Häufung von stattgehabten akuten zellulären Abstoßungen (90 % vs. 68 %, p < 0,05) und erhöhten linksventrikulären Füllungsdrücken (47 % vs. 18 %, p < 0,05). Die vorliegende Studie zeigt, dass HLA-Klasse II-Antikörper ein signifikanter Risikofaktor für die CAV sind. ROC- und Cutoffanalysen befürworten die Verwendung von HLA-Antikörpern via Luminex als Biomarker in der CAV-Diagnostik, um Risikopatienten frühzeitiger zu erkennen und die Indikationsstellung zur Herzkatheteruntersuchung verbessern.

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