Systematische Entwicklung einer Ernährungs-App für Jugendliche und junge Erwachsene unter Berücksichtigung der sozialen Lebenslage

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Ernährung und Übergewicht sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE). Verzehrdaten der jungen deutschen Bevölkerung aus verschiedenen sozialen Lebenslagen unterstreichen die Notwendigkeit von Ernährungsinterventionen. mobile Health (mHealth) öffnet hierfür über den Einsatz von Ernährungs-Apps (E-Apps) neue, digitale Wege. Es zeigt sich, dass marktgängige E-Apps eine geringe Akzeptanz bei den Nutzenden aufweisen und die wissenschaftliche Datenlage, wie evidenz- und theoriebasierte Apps für die Zielgruppe entwickelt werden können, bis dato unzureichend ist.Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit war deswegen die systematische Konzeption einer theoriebasierten und zielgruppenspezifischen E-App für Jugendliche und junge Erwachsene (14 bis 25 Jahre) unter Berücksichtigung verschiedener sozialer Lebenslagen zur Förderung eines gesundheitsförderlichen Ernährungsverhaltens. Die forschungsleitenden Fragestellungen lauteten hierfür: (i) Welche Ernährungsparameter müssen verbessert werden? (ii) Welche Eigenschaften einer App können die Einstellungsakzeptanz der Zielgruppe fördern und (iii) welche können zu einer positiven Veränderung des Ernährungsverhaltens motivieren?Die Vorgehensweise wurde vom Behaviour Change Wheel geleitet und bestand aus drei Phasen. In Phase A ging es darum, das Verhalten der Zielgruppe zu verstehen. Hierfür wurden zuerst eine Pilotstudie (Fokusgruppen, Studie 1) und daraufhin Einzelinterviews (Studie 2) und eine Fragebogenstudie (Studie 3) mit der Zielgruppe durchgeführt. In Phase B wurden die Ergebnisse in App-Funktionen und -Inhalte eines Prototypen I übersetzt. In Phase C folgte die Konzeptevaluation des Prototypen I durch Experteninterviews. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde der Prototyp I optimiert.In Phase A wurden drei Zielverhalten, welche das Risiko für HKE senken können, systematisch ausgewählt: der Verzehr von zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse pro Tag sowie das Trinkverhalten (mindestens 1,5 Litern zuckerfreie Flüssigkeitszufuhr pro Tag, um Konsum von zuckergesüßten Getränken zu verringern). Damit diese Zielverhalten von der Zielgruppe erreicht werden können, wurden in den Studien 1-3 Fähigkeiten, Möglichkeiten und motivationale Aspekte abgeleitet, welche gefördert werden können. Außerdem konnten aus den Studiendaten Zielgruppenpräferenzen für App-Funktionalitäten abgleitet werden, welche die Einstellungsakzeptanz gegenüber der App-Nutzung in der Zielgruppe fördern können. In Phase B wurden Bildung, Training, Anreize, Überzeugung und Befähigung als relevante Interventionsfunktionen identifiziert. Diese wurden systematisch anhand von 14 Verhaltensänderungstechniken (u. a. self-monitoring) und zusammen mit den Zielgruppenpräferenzen in den Prototypen I von Challenge to go (C2go) übersetzt. C2go umfasst eine Obst-, Trink- und Gemüsewelt. In jeder Welt erwarten den Nutzenden Challenges, Feedback, ein Quiz, eine Community und ein Avatar. Durch verschiedene Aktivitäten erreichen Nutzende Level und erhalten Punkte, welche Zugang zu einer Infothek gewähren. Die inhaltliche Entwicklung wurde durch den Health Action Process Approach geleitet. Die Evaluation in Phase C zeigte, dass bestimmte Inhalte und Funktionen des Prototypen I optimiert werden konnten und ein Gesundheitsnutzen als möglich eingeschätzt wird. Dies gilt jedoch nicht für Personen, welche keine Motivation haben ihr Ernährungsverhalten zu verändern.Insgesamt kann festgehalten werden, dass die vorliegende Forschungsarbeit einen Ansatz zeigt, wie zielgruppenspezifische und theoriebasierte mHealth-Konzepte entwickelt und evaluiert werden können. Sie liefert damit einen wichtigen Beitrag für weitere Forschungsarbeiten im Bereich mHealth, u. a. indem die dargelegte Vorgehensweise als Leitfaden für andere Forschungsarbeiten in diesem Bereich genutzt werden kann. Hierfür wurden Empfehlungen abgeleitet.

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