Die Wirkung von luminal appliziertem Acetylcholin auf den Ionentransport im Trachealepithel des Schweins

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Einleitung: In den Atemwegen von Mäusen konnte gezeigt werden, dass Acetylcholin (ACh) als ein autokrines/parakrines Signalmolekül in die Atemwegsflüssigkeit entlassenen wird und dort nikotinerge und muskarinerge ACh-Rezeptoren (n- und mAChR) aktiviert, die eine Cl -Sekretion über Ca2+-abhängige Cl - und K+ -Kanäle vermitteln sollen. Schweine werden, im Vergleich zum Mausmodell, verstärkt als ein geeignetes Modell zur Untersu-chung menschlicher Atemwegserkrankungen angesehen, die mit einem gestörten epithelia-len Ionentransport verbunden sind (z.B. Mukoviszidose, COPD). Aus diesem Grund wurden in Atemwegsepithelien von Schweinen (i) die Pharmakologie von luminal appliziertem ACh, (ii) die intrazelluläre Ca2+-Abhängigkeit des Effekts von luminal appliziertem ACh und (iii) die Regulierung des transepithelialen Ionentransports durch luminal appliziertes ACh untersucht.Methode: Trachealpräparationen von Schweinen wurden in Ussing-Kammern eingesetzt, um die transepithelialen Ionentransport-Prozesse elektrophysiologisch als Kurzschlussstrom (ISC) zu messen.Ergebnisse: Luminal appliziertes ACh induzierte eine transiente Erhöhung des ISC. Dieser Effekt konnte durch den unspezifischen ACh-Rezeptor-Agonisten Carbachol und die mAChR-Agonisten Muskarin und Pilokarpin nachgeahmt werden. Weiterhin wurde der ACh-induzierte Anstieg des ISC durch den nicht-selektiven mAChR-Antagonisten Atropin (M1-5AChR) größtenteils geblockt. Weitere Experimente mit dem M1AChR-Antagonisten Pirenzepin und dem M3AChR-Antagonisten 4-DAMP resultierten in einer dosisabhängigen Hemmung des ACh-induzierten ISC (IC50 von 69.1 µM bzw. 49.3 nM). Im Vergleich zu den muskarinergen Agonisten waren der nAChR-Agonist Nikotin und der membranundurchläs-sige nAChR-Agonist DMPP nicht in der Lage, den ACh-induzierten ISC zu verändern. Zu-sätzlich wurden in Gegenwart von Nikotin und dem nicht-selektiven nAChR-Antagonisten Mecamylamin keine Veränderungen im ACh-induzierten ISC registriert.Weiterhin wurde eine potentielle Beteiligung von Ca2+ am Effekt von luminal appliziertem ACh untersucht. Eine Entfernung von extrazellulärem Ca2+ aus der Ringerlösung hatte kei-nen Einfluss auf den ACh-induzierten ISC. In Experimenten, bei denen intrazelluläre sar-ko/endoplasmatische Ca2+-ATPasen mit drei Inhibitoren (Thapsigargin, DTBHQ und Cyc-lopiazonsäure) gehemmt wurden, war nur Thapsigargin in der Lage, den ACh-induzierten ISC zu inhibieren. Weiterhin konnte in Gegenwart des Inositol-1,4,5-triphosphat-Rezeptor (IP3R)-Inhibitors 2-APB und des Ryanodin-Rezeptor (RyR)-Inhibitors Rutheniumrot keine Veränderung des ACh-induzierten ISC beobachtet werden. Zudem zeigte ein Inhibitor der Phosphatidylinositol-Phospholipase C (U73122) keine Auswirkung auf den ACh-induzierten ISC, während ein Phosphatidylcholin-Phospholipase C-Inhibitor (D609) diesen reduzierte. Des Weiteren wurde ein cAMP-abhängiger Signalweg durch die Verwendung eines Ade-nylylcyclase-Inhibitors (MDL) ausgeschlossen.Bei den Untersuchungen zur Regulierung des transepithelialen Ionentransports durch lumi-nal appliziertem ACh, konnte mit den Kanalblockern für die Cl sekretierenden Ionenkanäle CFTR (GlyH101) und CaCC (Tanninsäure) kein Einfluss auf den ACh-induzierten ISC festge-stellt werden. Im Gegensatz dazu führte eine Depolarisation der basolateralen Membran mit einer hohen K+-Konzentration zu einer Inhibition des ACh-induzierten ISC. Allerdings konnte mit dem allgemeinen K+-Kanalblocker Ba2+ keine Inhibition des ACh-induzierten ISC erzielt werden. Weiterhin waren verschiedene Kanalblocker für big conductance (BK-), intermediate conductance (IK-) und small conductance (SK-) Ca2+-aktivierte K+-Kanäle nicht in der Lage, den ACh-induzierten ISC zu inhibieren.Fazit: Luminal appliziertes ACh stimuliert M1AChR- und M3AChR-Subtypen (bevorzugt den M3AChR-Subtyp) in den Atemwegsepithelzellen des Schweins. Interessanterweise wur-de keine Beteiligung von nAChR beobachtet. Des Weiteren wurden keine klaren Hinweise für eine potentielle Beteiligung einer Erhöhung der intrazellulären Ca2+-Konzentration in-folge von luminal appliziertem ACh gefunden. Überdies wird durch luminal appliziertes ACh, mit der Ausnahme einer K+-Leitfähigkeit in der basolateralen Membran, keine weitere Ionenkanalaktivität beeinträchtigt; einschließlich einer apikalen Cl Leitfähigkeit. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass in den Atemwegen von Schweinen und Mäusen beträchtliche Unterschiede in den cholinergen Signalwegen vorliegen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform