Gesundheitsbewußtsein, berufliche Belastung und Bewältigungsverhalten von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten : unter Berücksichtigung von Kinderpsychiatern und Kinderpsychotherapeuten

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Psychotherapeuten sollten, um eine qualitativ gute Therapie machen zu können, so gesund wie möglich sein, geistig, seelisch und körperlich. Diese Arbeit untersucht, ob sich Psychotherapeuten entsprechend ihres Fachwissens selber gesund verhalten und für sich sorgen und wie sie im Hinblick auf ihre berufliche Belastung ihre Ausbildung und Berufszufriedenheit einschätzen. Bei der Erfassung des Gesundheits- und Bewältigungsverhaltens lag neben allgemein bekannten Gesundheitsmaßnahmen ein Augenmerk auf körperlicher Aktivität und berufsspezifischen Präventions- und Bewältigungsmaßnahmen. Bei allen Fragestellungen wurden jeweils Unterschiede zwischen den einzelnen Psychotherapeutengruppen betrachtet. Mit Hilfe des von H.B. Jurkat entwickelten Interviewleitfadens zum Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsverhalten von Ärzten / Ärztinnen bzw. Psychologen / Psychologinnen in der erweiterten Fassung vom November 2002 und des interkulturell validierten Fragebogen zum Gesundheitszustand (SF-36) von Bullinger und Kirchberger wurden im Großraum Köln insgesamt 52 niedergelassene ärztliche (n=26) und psychologische (n=26) Psychotherapeuten mit je einer Untergruppe von n=10 Kindertherapeuten untersucht, je zur Hälfte Männer und Frauen. Da die Untersuchung aufgrund der kleinen Stichprobe einen ausgeprägt explorativen Charakter hat und mehr hypothesengenerierend ist, steht die deskriptive Interpretation der Ergebnisse im Mittelpunkt. Bezugsgröße für die gewonnenen Ergebnisse waren die in der aktuellen Literatur beschriebenen Kollektive. Es zeigte sich, dass alle Psychotherapeuten gut über gesundheitsförderndes Verhalten informiert und mehr körperlich aktiv waren als der Durchschnitt der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen. Trotz eines ähnlich hohen beruflichen Zeitdrucks fühlten sie sich genügend gut fähig zu entspannen. Die körperliche Gesundheit wurde im Vergleich zu entsprechenden Altersnormen des SF-36 als besser eingeschätzt, wobei Kindertherapeuten ihre eigene Gesundheit insgesamt schlechter einschätzten als die Erwachsenentherapeuten. Die häufigsten Bewältigungsmethoden waren räumliche und zeitliche Distanz, Supervision oder berufliche Erfahrung und Familie und soziale Gemeinschaft. Die Hälfte der Befragten bewertete die Psychotherapieausbildung als nicht genügend hilfreich, sich auf die beruflichen Belastungen vorzubereiten, wobei dies besonders die Kindertherapeuten bemängelten. Drei Viertel aller Psychotherapeuten würden ihren Beruf dennoch wieder wählen. Obwohl die befragten Psychotherapeuten ihre körperliche Gesundheit im Vergleich zu den Altersnormen besser einschätzten, empfanden sie ihre psychische und soziale Gesundheit als schlechter. In dieser Untersuchung lassen sich tendenziell die Belastungen und negativen gesundheitlichen Auswirkungen bei Psychotherapeuten nachweisen, die sich bereits in anderen Untersuchungen zeigten, wobei sich die Gruppe der Kindertherapeuten subjektiv besonders belastet einschätzt. Möglicherweise spiegelt die Einschätzung der Kindertherapeuten die ambivalente gesellschaftliche Haltung Kindern gegenüber wieder. Hier wären weiterführende Untersuchungen anzuregen, um besser zwischen äußeren Ursachen und inneren persönlichkeitsrelevanten Bedingtheiten differenzieren zu können. Die Implikationen der Ergebnisse dieser Arbeit werden in Hinblick auf die Fort- und Weiterbildungsrichtlinien diskutiert. Hier wäre eine allgemeine berufspolitische Diskussion wichtig, zumal auch die strukturellen und systemimmanenten Bedingungen des Gesundheitswesens nicht unbedingt zur Entlastung des einzelnen Psychotherapeuten beitragen.

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