Osteosynthesen stellen eine bedeutende Behandlungsoption zur Versorgung von Knochenfrakturen dar. Dabei gehören Implantatinfektionen zu den gefürchtetsten Komplikationen, da sie neben dem Implantatversagen auch eine Quelle für disseminierte Infektionen darstellen. Bisher gibt es bezüglich der Diagnostik und Therapie Implantat-assoziierter Infektionen keine interdisziplinären evidenzbasierten Leitlinien. Das Ziel dieser Arbeit war nach Etablierung einer geeigneten Aufarbeitungsmethode der Erhalt fundierter Kenntnisse über Osteosynthesen besiedelnde Mikrobiota.Insgesamt wurden von 80 Patienten geplant explantierte Osteosynthesen untersucht. In Ermangelung einer Leitlinie und somit eines diagnostischen Goldstandards zur Feststellung bakterieller Besiedlung von Metallimplantaten wurde eine vollkommen neue Methodik der Implantat-Aufbereitung entwickelt und erprobt. Dabei wurde durch manuelles, systematisches Abbürsten der bakterielle Biofilm zerstört und die Bakterien so den Nachweismethoden zugänglich gemacht. Unter Anwendung von kulturellen Anzuchtmethoden, 16S rDNA PCR und denaturierender Hochdruckflüssigkeits-chromatographie (DHPLC) konnten bei über 70% der untersuchten Osteosynthesen Bakterien nachgewiesen werden. Bei annähernd einem Drittel der besiedelten Osteosynthesen konnte gezeigt werde, dass sogar polymikrobielle Besiedlungen vorlagen. Dabei bot das Keimspektrum neben den am häufigsten nachgewiesenen Staphylokokken beispielsweise Enterobakterien, Laktobazillen und Moraxellen und ist mit vorangegangenen Untersuchungen an Gelenkersatzmaterialien vergleichbar. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass der Großteil der geplant explantierten Implantate bakteriell besiedelt war. Da davon auszugehen ist, dass die besiedelnden Bakterien auf den Implantaten in Biofilmen organisiert sind, wurden in-vitro-Tests auf die Fähigkeit der Biofilmbildung durchgeführt. Weiterhin wurden die Antibiotikasuszeptibilitäten ausgetestet und die klinischen Daten der Patienten mit nachweislich besiedelten Implantaten mit denen der Patienten ohne Besiedlung verglichen.
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