Retrospektive Analyse der parasitologischen Untersuchungsergebnisse eines privaten Untersuchungslabors : Intestinale, respiratorische und vektorübertragene Parasitosen bei Hunden und Katzen in Deutschland (2004 2006)

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Es wurden Untersuchungsbefunde von Kotproben, die einem kommerziellen tierärztlichen Untersuchungslabor von Tierärzten in den Jahren 2004 2006 zugesandt worden waren, ausgewertet. Somit konnten aktuelle Daten die Häufigkeit des Vorkommens von Parasitosen des Verdauungs- und Atmungstrakts bei Hunden und Katzen in Deutschland liefern. Bei Hunden wurden mittels ZnCl2-NaCl-Flotationsverfahren Toxocara-Eier in 4,6 %, Oozysten von Isospora spp. (Isospora canis, Isospora burrowsi/ohioensis) in 4,5 %, Hakenwurmeier in 1,3 %, Eier von Trichuris vulpis in 0,9 %, Eier von Toxascaris leonina und Capillaria spp. in je 0,6 %, Taeniiden-Eier in 0,27 %, Neospora caninumähnliche Oozysten in 0,13 %, Sarcocystis-Sporozysten in 0,06 % sowie Strongyloides-Eier in < 0,01 % aller Kotproben (n = 53.693) nachgewiesen. Giardiaoder Cryptosporidium-spezifische Koproantigene wurden mittels Kopro-ELISA (n = 53.534; n = 1.554 Proben) in 22,8 % bzw. 10 % der Proben festgestellt. Mittels Baermann-Trichterverfahren waren Crenosoma vulpis-Larven in 2,2 % und Angiostrongylus vasorum-Larven in 1 % von 509 Proben nachzuweisen. In weniger als 0,01 % aller eingesandten Kotproben wurden makroskopisch Proglottiden von Taenia spp., Mesocestoides spp. oder Diplopylidium/Joyeuxiella spp. gefunden. Bei Katzen wurden im Flotationsverfahren Toxocara-Eier in 4,8 %, Oozysten von Isospora spp. (Isospora felis, Isospora rivolta) in 3,8 %, Capillaria spp.-Eier in 0,5 %, Toxoplasma gondii-ähnliche Oozysten in 0,4 %, Taeniiden-Eier in 0,2 %, Hakenwurmeier und Sarcocystis-Sporozysten in je 0,1% sowie Toxascaris-Eier in 0,04 % der Kotproben (n = 26.491) nachgewiesen. Giardia-(n = 26.092 Proben) oder Cryptosporidium-spezifische (n = 624 Proben) Koproantigene wurden mittels Kopro- ELISA in 15,4 % bzw. 8,3 % der Proben festgestellt. Larven von Aelurostrongylus abstrusus waren mittels Baermann-Trichterverfahren in 2,6 % von 114 Kotproben zu finden. Weniger als 0,1 % aller eingesandten Kotproben enthielten Proglottiden von Taenia spp., Mesocestoides spp., Dipylidium caninum oder Diplopylidium/Joyeuxiella spp. Die mit dem indirekten Immunfluoreszenz-Antikörper-Test ermittelte Seroprävalenz von T. gondii-spezifischen IgM-Antikörpern (Titer & #8805; 1:16) und IgG-Antikörpern (Titer & #8805; 1:64) betrug 6,2 % (n = 2.616 Seren) bzw. 38,3 % (n = 3.693 Seren). Mischinfektionen mit Einzellern, Nematoden und Cestoden konnten nachgewiesen werden. Bei den Giardia-Koproantigen positiven Hunden im Alter zwischen 3 und 6 Monate besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie auch I. burrowsi/ohioensis- Oozysten ausscheiden. Bei der gleichen Altersklasse ist es eher unwahrscheinlich, dass sie eine Mischinfektion mit T. canis und Giardien bzw. I. canis aufweisen. Katzen, die Ausscheider von Giardia-Koproantigen und T. cati-Eiern und jünger als 6 Monate sind, scheiden höchst wahrscheinlich auch keine I. felis-Oozysten über den Kot aus. Bei ganz jungen Katzen (< 3 Monate) ist eine Mischinfektion mit Giardien und T. cati nicht zu erwarten. Direktnachweise von Babesia canis, Mikrofilarien und Hepatozoon canis gelangen in 2,1%, 0,2% bzw. 0,05% der Giemsa-gefärbten Blutausstriche (n = 7.923). Mikrofilarien wurden in 4,5% der mit dem Knott-Test untersuchten Proben (n = 440) gefunden. Zirkulierendes Dirofilaria immitis-Antigen war mittels ELISA in 1,4% der Proben (n = 9.381) festzustellen. Mittels PCR wurden B. canis-DNA in 3,3% der Blutproben (n = 15.555) und Leishmania infantum-DNA in 11 % der eingesandten Proben (n = 301) nachgewiesen. Antikörper gegen L. infantum oder B. canis wurden in 23,5% bzw. 11,5% der mittels IFAT untersuchten Serumproben (n = 23.665 bzw. 2.653) festgestellt. Leishmanien-Antikörper wurden bei den aus dem Ausland stammenden Hunden (80,6 %) und bei 4 einheimischen Hunden ohne Reiseanamnese nachgewiesen. Im Blutausstrich konnten Babesien-Merozoiten häufiger bei den aus Deutschland stammenden Tieren als bei den in anderen europäischen Ländern geborenen Hunden diagnostiziert werden. Alle auf Babesien-DNA untersuchte Hunde (n=15) aus Deutschland ohne Auslandsaufenthalt waren positiv.

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Gießen : VVB Laufersweiler

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