Einfluss von exogen substituiertem Stickstoffmonoxid auf schockinduzierte hepatische Mikrozirkulationsstörungen nach hämorrhagischem Schock : intravitalmikroskopische Studie an Ratten

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In der Pathogenese des multiplen Organversagens nach hämorrhagischem Schock, Trauma und Sepsis sind Störungen im Bereich der Mikrozirkulation mit fokaler Minderperfusion und Hypoxie vitaler Organe, einschließlich der Leber, eine der Hauptursachen für die Entstehung generalisierter inflammatorischer Reaktionen des Organismus. Dieses Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) ist die Folge einer massiven Immunantwort, die bis zum kompletten Organversagen führen kann. Zielzellen des SIRS sind vor allem Endothelzellen lebenswichtiger Organe, aber auch organspezifische Zellen wie Hepatozyten und Kupffersche Sternzellen. Charakteristisch im hämorrhagischen Schock sind sowohl die exzessive Freisetzung proinflammatorischer Mediatoren als auch die Aktivierung von Makrophagen und Leukozyten mit ausgeprägter Störung von Mikrozirkulation und Zellstoffwechsel, wobei in der Pathologie des SIRS die Beeinträchtigung der Stickstoffmonoxid (NO)-Biosynthese eine entscheidende Rolle spielt und weiter zur schlechteren Organdurchblutung und letztlich zur Gewebsischämie beiträgt. In der hier vorliegenden Arbeit wurde in einer tierexperimentellen Studie der Einfluss von exogen substituiertem Stickstoffmonoxid (S-NO-HSA) auf die Mikrozirkulation und die Leukozyten-Endothel-Interaktionen in den hepatischen Sinusoiden nach hämorrhagischem Schock untersucht. Im gewählten verblindeten und randomisierten Versuchsmodell wurde an weiblichen Sprague-Dawley-Ratten ein hämorrhagischer Schock induziert und unter in vivo Bedingungen eine Fluoreszenzmikroskopie der Leber nach 5h und nach 24h durchgeführt. Die intravitale Fluoreszenzmikroskopie erlaubt eine genaue Analyse der hepatischen Mikrozirkulation, welche im Schock besonders durch ein sinusoidales Perfusionsdefizit und eine mikrovaskuläre Akkumulation von Leukozyten bestimmt wird. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass der Einsatz von S-NO-HSA in der frühen Reperfusionsphase diesen Pathomechanismus durchbricht und einen positiven Effekt auf die hepatische Mikrozirkulation und Entzündungsreaktion ausübt. So erweitert das von S-NO-HSA abgegebene NO als vasodilatierender Mediator signifikant die Sinusoide und sorgt damit für einen verbesserten Blutfluss 5h und auch noch 24h nach hämorrhagischem Schock. Gleichzeitig reduziert NO in seiner Eigenschaft als antientzündlicher Mediator signifikant die temporären Leukozyten/Endothelinteraktionen in den Lebersinusoiden. Beide Effekte schützen vor einer Minderperfusion der Leber und beugen schockinduzierten Organschäden vor. Durch die hier gezeigten Ergebnisse wird deutlich, dass in der Verabreichung des NO-Donors S-NO-HSA in der frühen Reperfusionsphase zu Zeiten eines NO-Mangels möglicherweise ein therapeutischer Ansatz zur Verhinderung der posttraumatischen Entzündungsreaktion in der Leber zu sehen ist.

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Wettenberg : VVB Laufersweiler 2006

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