Screening von Blutproben von wildlebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Schlangen auf Antikörper gegen Reo-, Adeno- und Paramyxoviren, auf retrovirale DNA, sowie auf zytopathogene Viren und intrazytoplasmatische Einschlüsse in Blutzellen
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Zusammenfassung
Im ausführlichen Literaturteil werden zunächst diejenigen Reptilienarten beschrieben, aus denen bisher Reo-, Adeno- und ophidian Paramyxoviren isoliert bzw. nachgewiesen wurden. Weiterhin werden die Morphologie, die Genomstruktur und die kodierten Proteine, die Virusreplikation, die Pathogenese, sowie die serologische Klassifizierung der Orthoreo-, Adeno-, Retro- und Paramyxoviren dargestellt. Die mit den Folgen dieser Infektionen verbundenen Krankheits-symptome werden aufgeführt.Es wurden 182 Blutausstriche von Schlangen auf das Vorhandensein intrazytoplasmatischer Einschlüsse untersucht. Bei 46 Boas (Boa constrictor) konnten in Erythrozyten Einschluss-körperchen festgestellt werden. Bei zwei Tigerpythons (Python molurus) wurden nach Pappenheim-Färbung ebenfalls intrazytoplasmatische Einschlüsse in Erythrozyten dargestellt. Einige weitere Tiere besitzen Einschlüsse, die zusätzlich in der HE-Färbung detektiert wurden und zudem fluoreszierende Eigenschaften besaßen. Bei zwei Tieren, die klinische Symptome zeigten, konnte Fluoreszenz auch im nativen Blutausstrich beobachtet werden. Die Virusisolierung aus Blut- und Organproben sowie Kloaken- und Rachen-abstrichen blieb erfolglos, weil in der VH2-Zellkultur das Auftreten eines cpE nicht festgestellt werden konnte. Zusätzlich wurden serologische Untersuchungen mit 134 Zitratblutplasmaproben von Schlangen im Neutralisationstest (VN-Test) auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Reo- und Adenovirus durchgeführt. Neutralisierende Antikörper gegen Reovirus 26/2000 konnten nur bei einem Tier aus einem Infekionsversuch mit Reovirus gefunden werden. Eine Vielzahl der Tiere in Gefangenschaft (15,3 %) und auch in der Wildtierpopulation (10,7 %) weisen neutralisierende Antikörper gegen das Adenovirus 27/2000 auf.Außerdem wurde mittels Hämagglutinationshemmungs-Test (HAH-Test) auf Antikörper gegen ein ophidian Paramyxovirus (oPMV) getestet. Antikörper gegen das Paramyxovirus (Isolat 5688/91) konnten bei einer Boa constrictor nachgewiesen werden. In zwei Versuchen konnte in Kaninchen die Antikörperbildung, jeweils gegen ein Reovirus (Isolat 26/2000) und gegen Schlangenantikörper IgG (Boa constrictor) angeregt werden, welche im Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (ELISA) eingesetzt wurden. Dabei zeigte sich, dass ein Nachweis von Antikörpern gegen Adenovirus 27/2000 mit dem etablierten ELISA erfolgreich ist, aber gegen Reovirus 26/2000 nicht gelang.Mit der Untersuchung von 99 Schlangenblutplasmaproben, darin enthalten 23 Wildfänge aus Costa Rica, konnte mittels Polymerase Chain Reaction (PCR) gezeigt werden, dass ein Großteil der in Gefangenschaft lebenden (66,7 %) und auch wildlebende Schlangen der Art Boa constrictor (100 %) über endogene retrovirale Sequenzen verfügen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2009
